Krebsforschung : Augen zu und durch

Hunderte von Krebsstudien könnten sich als wertlos herausstellen. Das geht aus einer neuen Studie hervor. Mit welchen Folgen? Das Wichtigste zuerst: Zum Glück bedeutet es keine erhöhte Gefahr für Patienten, die auf Krebsmedikamente angewiesen sind. Allerdings wurde in den Forschungslabors teilweise schlampig gearbeitet. Es wurde Geld und Zeit verschwendet – und dabei handelt es sich auch um unser Geld und um unsere Zeit, denn wir alle finanzieren die Forschung. Und: Der eine oder andere Fortschritt in der Krebsforschung hat sich über Nacht durch diese Schlamperei in Nichts aufgelöst. Hinzu kommt, dass das Problem seit gut 40 Jahren bekannt ist – so lange, wie diese Forschung betrieben wird. Man weiß, dass Zelllinien immer wieder verunreinigt oder vertauscht werden. Trotzdem scheint sich kaum einer darum zu kümmern. Wie kann das sein? Die Antwort: Weil es hier um mehr als nur Schlamperei geht. Tatsächlich ist es im Forschungsalltag kompliziert, eine lückenlose Kontrolle der Zelllinien vorzunehmen. Diese Zellen lassen sich nicht mit dem bloßen Auge unterscheiden, man braucht dafür Tests, auch die kosten Zeit und Geld. Viele Forscher befinden sich in einer Zwickmühle. Allzu viele entscheiden sich dabei für eine folgenschwere Taktik: Augen zu und durch. Bis das böse Erwachen kommt. bas

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