Krieg in Syrien : Drei Mal nein

Wer die Maske der Heuchelei absetzt, sieht: Keiner will diesen Krieg, aber keiner ist wirklich bereit, ihn zu beenden.

Malte Lehming

Die Wahrheit stirbt zuerst – auch bei denen, die selbst im Frieden leben. Gibt es eine diplomatische Lösung für den Syrienkrieg? Nein, ob mit oder ohne Kofi Annan. Die Vereinten Nationen waren nie in der Lage, diesen von ethnischen und religiösen Faktoren immer stärker überlagerten Konflikt zu befrieden. Gibt es eine politische Lösung? Nein. Das Assad-Regime ist immer noch stark, für dessen Sturz sind die Rebellen zu schwach. Gibt es eine militärische Lösung? Zum dritten Mal nein. Der Nato ist in Libyen schon die Puste ausgegangen, Amerika steht im Präsidentschaftswahlkampf, die Erfahrungen in Afghanistan und Irak stecken den Menschen abschreckend in den Knochen. Sicher, Russen und Chinesen machen es uns durch ihre Parteinahme für Assad leicht, sie für die Eskalation verantwortlich zu machen. Aber was wäre gewonnen, wenn sich etwa Moskau auf Seiten des Westens schlagen würde? Dann müsste dieser die Maske der Heuchelei abnehmen und bekennen, sich möglichst nicht hineinziehen lassen zu wollen. Mit anderen Worten: Keiner will diesen Krieg, aber keiner ist bereit, ihn zu beenden. Bleibt als Minimalstrategie die Eindämmung plus humanitäre Hilfe plus Zeitgewinn plus Hoffen auf ein Wunder. mal

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