Kriminalität II : Bildstörung in Berlin

Nur in 140 von 1200 BVG-Bussen werden Video-Bilder derzeit gespeichert - das erschwert die Fahndung nach Gewalttätern.

Jörn Hasselmann

In Berlin musste erst ein Mord passieren. Erst als ein 18-Jähriger in einem Linienbus erstochen wurde, erfuhr die Öffentlichkeit, dass die Bilder der BVG-Videokameras in Bussen nicht gespeichert wurden. Sie wurden alle sechs Minuten überspielt, weil der Datenschutzbeauftragte das so wollte. Dass die Polizei keine Bilder hatte, um nach dem flüchtigen Täter zu fahnden – das war den Datenschützern egal. Nicht aber Berlins SPD-Innensenator Körting, der seinen Datenschutzbeauftragten in die Schranken wies. Das ist jetzt genau zwei Jahre her. Unter dem Eindruck des Mordes versprach die BVG dann, die Technik schnell umzurüsten, „innerhalb von sechs Wochen“ sollte das geschehen. Nun kommt heraus: Die BVG hat das Versprechen nicht gehalten, nur in 140 von 1200 Bussen werden Bilder derzeit gespeichert. Die komplizierte Technik sei schuld, heißt es, und das Geld. Videokameras garantieren keine Sicherheit; aber sie können Fahrgästen ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Und den Ermittlern helfen die Bilder. Dass beide nun noch bis 2009 warten müssen, ist ein Skandal.

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