Kriminalität in Berlin : Restriktion hat was

Weniger Morde, weniger Vergewaltigungen, weniger brutale Schlägereien zwischen Jugendlichen: Berlin ist in diesem Jahr sicherer geworden.

Werner van Bebber

Weniger Morde, weniger Vergewaltigungen, weniger brutale Schlägereien zwischen Jugendlichen: Berlin ist in diesem Jahr sicherer geworden. Das konnte Polizeipräsident Dieter Glietsch am Montag verkünden, und dafür haben er und seine Kollegen einen Glückwunsch verdient. Zumal die sogenannten Rohheitsdelikte, vorzugsweise von jungen Männern verübt, in der Statistik weniger heftig zu Buche schlagen. Glietsch führt das auf Prävention und auf das Intensivtäter konzept zurück. Dieses Konzept ist allerdings ein gutes Beispiel für nicht nur reagierende Polizeiarbeit, es ist eine Mittelstreckenwaffe gegen Leute, die es anders nicht kapieren: Die Zusammenarbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft auf sehr kurzen Dienstwegen macht es jugendlichen Prügelknaben schwer bis unmöglich, nach dem Erstkontakt mit Polizei und Justiz noch viele weitere Mal so zu tun, als habe man sich bloß gerade nicht unter Kontrolle gehabt. Man kann nur hoffen, dass diese Art der Zusammenarbeit zwischen polizeilichen Ermittlern und Anklägern auch beim kriminellen Nachwuchs der gerade 14-Jährigen weitergeht. Denn jungkriminelle Rohheitsdelinquenten sind zu einem erheblichen Teil dafür verantwortlich, dass sich viele Bürger in Bussen, Bahnen und auf nächtlichen Straßen nicht so sicher fühlen, wie es Glietschs Statistik glauben macht. wvb.

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