Kriminalstatistik für Berlin : Sichere Stadt - trotz der Diebe

Die Statistik der Polizei zeigt zwar, dass die Kriminalität in Berlin um acht Prozent gestiegen ist. Schuld sind aber nicht Gewaltverbrecher, sondern eher Schwarzfahrer und Taschendiebe. Hier machen es die Berliner und die Touristen den Dieben auch besonders leicht, meint unser Autor Jörn Hasselmann.

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Die Polizei warnt vor Taschendieben.
Die Polizei warnt vor Taschendieben.Foto: Roland Weihrauch/dpa/picture-alliance

Fast 550.000 Straftaten! Acht Prozent mehr! Und dennoch ist die neueste Kriminalstatistik keine Katastrophe für den Innensenator und den Polizeipräsidenten. Die fast 35.000 Schwarzfahrer kann man getrost streichen, sie haben in einer Kriminalitätsstatistik nichts zu suchen.

Aber nicht nur die versauen die Statistik. Die Fahrrad- und Autofahrer steuern 70.000 weitere Taten bei. Sichere Fahrradschlösser und der Verzicht aufs Navi würden mehr nutzen als ein paar hundert Polizisten mehr auf der Straße. 32.000 Menschen haben sich Telefon oder Geld aus der Tasche ziehen lassen.

Auf Deutsch: Viele Berliner und Touristen sind selbst schuld, wenn sie beklaut werden – weil sie es Dieben zu leicht machen. Bei Einbrüchen hat es sich schon herumgesprochen, dass eine gesicherte Tür abschreckt. 40 Prozent der Einbrüche sind nur „Versuche“, werden aber genauso mitgezählt.

Dennoch hat der Innensenator recht, wenn er mehr Polizisten beim Finanzsenator durchsetzen will. Berlin wächst und damit die Arbeit. Und noch eine Zahl ohne die vielen Nullen: 40 Menschen starben durch Mord und Totschlag. Berlin ist eine sichere Stadt.

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