Krise der CSU : Viel Wunschdenken

Seit der ersten Prognose vom Sonntagabend wird das Ausmaß des CSU-Debakels mit jeder Stunde größer, spürbarer, dramatischer. Der Parteivorsitzende ist am Tag danach abgetreten. Die Erleichterung darüber, dass der Nachfolger schnell gefunden war, ist am Tag danach in der Landtagsfraktion, aufgefressen worden von offenkundiger, hilfloser Verzweiflung. Der Ministerpräsident musste abtreten. Es war vernünftig, auch diesen Rückzug früh zu vollziehen, einfach deshalb, weil er sonst später erzwungen worden wäre. Doch die Diskussion um die Beckstein-Nachfolge hat allen Bayern vor Augen geführt, wie weit ihre vormalige bayerische Staatspartei davon entfernt ist, ihre Krise zu verstehen, und wie viel weiter noch, sie politisch zu kurieren. Seehofer als Vorsitzender, gut und schön. Man hätte ihn früher haben können. Aber hätte er das Debakel wirklich verhindert? Die Diskussion darüber, ob er oder zwei, drei andere das Regierungsamt übernehmen können, enthüllt, dass die Heilserwartungen an Horst Seehofer eher Ausdruck von Wunschdenken sind als festes Vertrauen in eine starke Führungskraft.tib

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