Meinung : Krise in Nahost: Fastfood-Politik

clw

Jetzt ist er also zerbrochen, der letzte Strohhalm Baraks. Clinton hatte mit seinem Friedensvorschlag noch einmal versucht, dem Israeli aus dem Umfragetief zu helfen. Allein: Arafat spielte nicht mit. Verweigerte den diffusen Vorschlägen seine Zustimmung. Dafür wird er jetzt als Verweigerer dastehen. Als ewiger Zauderer, dem auf dem Weg zum Frieden der Mut zum letzten Schritt fehlt. Doch konnte er wirklich anders? Zu Recht wurde das hektische Agieren Clintons und Baraks von den Palästinensern als Fastfood-Politik geschmäht. Arafat hätte mit dem Verzicht auf das Rückkehrrecht der Palästinenser viel gewagt. Doch warum sollte er seinen Ruf und gar seinen Kopf riskieren für einen Deal, bei dem fraglich ist, ob ihn die Gegenseite einhalten würde? Barak betreibt Geschäftsführung ohne politischen Auftrag. Seine hektischen Manöver und selbst die leichtfertige Ausrufung einer drohenden Kriegsgefahr soll nur eins verdecken: Der Kaiser ist nackt. Barak hat Netanjahus Regierungschaos längst übertroffen. Selbst engste Begleiter verstehen ihn nicht mehr. Es ist weit gekommen mit der israelischen Politik, wenn sie von Arafat daran erinnert werden muss, dass zum Frieden ein Mindestmaß an Seriosität gehört.

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