Kritik am DIW : Von lässig zu fahrlässig

Angriff ist die beste Verteidigung. Nach dieser schlichten Devise versucht sich Klaus Zimmermann, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), aus seiner eigenen Finanzkrise zu lavieren. Die Freiheit der Wissenschaft sieht er in Gefahr und überhaupt die Existenz des Instituts, wenn man ihn nicht weiter gewähren lässt. Was ist also zu halten von der Kritik des Landesrechnungshofs an Zimmermanns Umgang mit den Millionen der Steuerzahler? Routine; das Institut wird bald Stellung beziehen, und dann ist gut. So denkt sich das der stolze Ökonom, und womöglich bedenkt er dabei das bisherige Verhalten der Geldgeber aus Bund und Land ebenso wie die Aufsicht durch das DIW-Kuratorium. Besonders viel mitgekriegt haben die offenbar alle nicht von den Versäumnissen im Umgang mit öffentlichen Mitteln. Zimmermann gilt im DIW als Kontrollfreak – und wurde selbst kaum kontrolliert. Das ist fahrlässig. Frivol ist Zimmermanns Umgang mit der Affäre. Aussitzen statt aufklären. Wer sich so verhält, darf sich nicht wundern, wenn am Ende sogar private Motive hinter ungewöhnlichen Ausgaben vermutet werden. alf

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