KT zu Guttenberg : Schnee schaufeln mit dem Minister

2018 will Verteidigungsminister zu Guttenberg ein anderer sein. Warum auch nicht? Schließlich steht er mit diesem Wunsch nicht alleine da. Und schöne Bilder gibt es auch. Eine Glosse.

von

Dass Menschen lieber ganz etwas anderes täten und sein wollen als sie tun und sind, ist ein häufig zu hörender Wunsch. „Ja, wenn ich wollte, wie ich könnte“ oder „am liebsten wäre ich ...“ oder „im nächsten Leben werde ich“ – solche Fantasien halt. Von Boris Becker ist der schwache Moment, und er hatte viele davon, überliefert, in dem er sich gerne als Frau reinkarniert vorstellte. Franz Beckenbauer hingegen ist diesbezüglich schon weiter. Er war nach eigenem Bekunden schon einmal als Tier auf der Welt, ein anderes Mal als Pflanze. Und für die ferne Zukunft kann man sich gut vorstellen, dass Beckenbauer nach erfolgter Wiedergeburt auch einen prima Papst oder Dalai Lama abgeben würde. Immer wünscht sich irgendjemand anders, ich wollt, ich wär ein Huhn, dann hätt’ ich nichts zu tun undsoweiter.

Von Karl-Theodor zu Guttenberg, dem Verteidigungsminister, hat man bislang annehmen dürfen, dass er mit seinem Hier und Jetzt recht zufrieden ist. Mag sein, dass er mitunter von einer beruflichen Veränderung träumt, von einem Umzug ins Kanzleramt vielleicht, aber das bleibt in der Branche, ist nicht der große Ausstieg des Managers, der gerne Schafe züchten würde. Zu Guttenberg, soll man meinen, hat doch alles, Geld, Macht, Ansehen und eine Frau, die auch durch eine dubiose Fernsehsendung und unsinnige Afghanistan-Reisen keinen Imageschaden nimmt. Im Gegenteil, die Guttenbergs schwimmen weiter obenauf, sind wahlweise unser amerikanischstes Politikerpaar oder das britischste, weil ein bisschen wie Königs. Ach, schnaufte der Karl-Theodor dieser Tage in einem Interview, er wäre so gerne Schneeschaufler. Der also auch. Allerdings nicht irgendeiner, der nächtens Gehwege freifegt, sondern ein olympischer Schneeschaufler, und zwar 2018 in München und Garmisch-Partenkirchen. „Ja, dann werde ich wahrscheinlich einen Freiwilligendienst machen. Nach einem politischen Leben, das ist ja noch eine gewaltige Zeit dorthin, werde ich eine große Schaufel in die Hand nehmen und versuchen, Schnee auf irgendwelche Pisten zu schaufeln“, sagte er. Gott, warum auch nicht, dann ist er 46 Jahre alt, kann also noch kräftig zupacken und schöne Bilder gibt es auch. Gewiss wird die Gattin helfen. Das gibt dann noch mal schöne Bilder.

15 Kommentare

Neuester Kommentar