Künstliche Befruchtung : Geld nur mit Trauschein

Künstliche Befruchtungen sind seit der Gesundheitsreform 2004 teuer geworden. Sachsen will nun als erstes Bundesland ab März staatliche Zuschüsse zahlen - allerdings nur an verheiratete Paare. Das ist nicht nur ungerecht, sondern auch unverständlich.

Wenn Paare ungewollt kinderlos bleiben, ist das nicht nur individuell ein hartes Schicksal, sondern auch für die Gesellschaft bedauerlich, die auf Nachwuchs angewiesen ist. Für manch einen bleibt nur die Hoffnung, über eine künstliche Befruchtung doch noch das Wunschkind zu bekommen. Doch die Zahl der Babys, die durch eine solche Behandlung geboren wurden, hat sich seit der Gesundheitsreform 2004 etwa halbiert. Seit die gesetzlichen Krankenkassen für maximal drei Versuche nur noch die Hälfte der Kosten übernehmen, ging die Zahl der künstlichen Befruchtungen deutlich zurück. Schließlich ist die Behandlung teuer, je nach Methode müssen die Betroffenen bis zu 1500 Euro pro Zyklus selbst zahlen. Sachsen will nun als erstes Bundesland ab März staatliche Zuschüsse für künstliche Befruchtungen an Ehepaare zahlen. Dass die sächsische Landesregierung potenzielle Eltern bei ihrem Kinderwunsch finanziell unterstützen will, ist erfreulich. Doch dass sie die Förderung auf verheiratete Paare beschränkt, ist nicht nur ungerecht, sondern auch unverständlich. Gerade in den neuen Bundesländern geht diese Begrenzung völlig an der Lebensrealität der Menschen vorbei, schließlich wird hier inzwischen mehr als jedes zweite Kind unehelich geboren. ce

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