Kunstfehler an Berliner Kliniken : Der Mensch ist kein Auto

Der Skandal um falsche Hüftprothesen in einer Berliner Klinik zeigt, dass die Standards im Qualitätsmanagement erhöt werden müssen.

Jedes Auto wird gnadenlos durchgecheckt, jeder Lackfehler penibel ausgebessert, bevor es ausgeliefert wird. Jeder Fehler wird teuer – durch Rückrufaktionen oder Kundenfrust. Als Patient darf man diese Sorgfalt scheinbar nicht überall erwarten. Falsch operierte Kniegelenke und brüchige Hüftprothesen in einer Berliner Klinik nähren diesen Verdacht. Beim Qualitätsmanagement gibt es offenbar nicht den hohen Standard wie bei technischen Geräten oder Lebensmitteln. Nicht alle Schuld trifft die Klinik: Der Hersteller der Kniegelenke ist mitverantwortlich durch eine missverständliche Beschriftung, und bei den Hüftgelenken konnten die Ärzte nichts vom Produktionsfehler ahnen. Ob die Klinik versäumte, die an der Hüfte operierten Patienten frühzeitig und von sich aus über den Defekt zu informieren, oder selbst nach der Herstellerwarnung noch diese Prothesen verwendet hat, muss geklärt werden. Eine Berliner Klinik steht am Pranger, niemand jedoch weiß, ob es die Mängel auch in anderen Häusern gab. Der Imageschaden aber trifft die ganze Branche.Sie muss an effektiver Qualitätskontrolle interessiert sein, im Operationssaal und beim Lieferanten.Damit nicht Patienten leiden. gn

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