Meinung : Kursfeuerwerk an der Wahlurne

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Was ist eine Wählerstimme wert? 16 Prozent der Deutschen würden ihre verkaufen, 8 Prozent sogar für unter 500 Euro – das hat Emnid herausgefunden. Jüngere Westmenschen sind besonders anfällig, kein Wunder, wenn doch gerade neue Alu-Felgen oder ein zweiter DVD-Spieler fällig sind und das Premiere-Abo ausläuft. Doch bevor wir hier übereilt die Sirenen der Kulturkritik aufheulen lassen, mal ein Gedanke. Warum nicht den freien Markt öffnen für Wahlrechtsscheine? 500 Euro pro Stück wären vermutlich nur der Anfang eines Kursfeuerwerks, von dem wir alle profitierten, kämen doch die Wahlkampfkostenerstattungen endlich einmal dem Bürger zugute. Wer würde nicht gern sehen, wie General Müntefering im Wahllokal tausend Scheine hinknallt und für eine Stunde in der Kabine verschwindet? Langweilige Wahlveranstaltungen bekämen munteren Basarcharakter, die ewig kränkelnde Wahlbeteiligung liefe glatt auf 100 Prozent hinaus – Marktwirtschaft pur. Müsste der FDP eigentlich gefallen. Allerdings kann sie sich ihre 18 Prozent Stimmanteil wohl kaum leisten.

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