Kurt Beck und die anderen : Junge, Junge

Vor Zeiten hat Heide Simonis, damals Ministerpräsidentin, den Obersozis vorgehalten, sie benähmen sich wie Jungs im Sandkasten, die um Förmchen streiten. Daran erinnert, was sich gegenwärtig zwischen Genossen abspielt.

Stephan-Andreas Casdorff

Passend zur Buchvorstellung „Ein Sozialdemokrat“ wirft also Beck den anderen aus der Führung, in der Führung eine Intrige vor; was die Jungs, logisch, von sich weisen, ob sie „Münte“ (Müntefering), „Prickel“ (Steinmeier) oder „Acker“ (Schröder) heißen. Anstatt, dass sie die Sache ein Mal und dann anständig austragen, oder dass Beck ihnen ins Auge blickt und dann einmal so richtig Dampf ablässt, und danach Schluss ist. Stattdessen wird die ganze Zeit gelästert oder gemosert. Kinder, Kinder. Kein Wunder, dass immer weniger mit ihnen zu tun haben wollen. Es ist nämlich unangenehm: das Gefühl, dass die Sozis immer kleiner werden und nur wieder groß im Mobben. Wenn Politiker heute keinen guten Ruf haben, dann auch deshalb, weil sie nicht mehr wissen, dass die Menschen draußen im Lande ein Gespür dafür haben, was und wer echt ist. Und so wäre es folgerichtig, käme Beck nicht zum nächsten Parteitag. Heuchler mag doch keiner. Wissen wir aus dem Sandkasten. cas

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