Meinung : Kurz auf Distanz

DER KAMPF UM DIE BERLINER CDU

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Die Berliner CDU ist schon ein komischer Verein. Zur Zeit haben diejenigen die besten Chancen, Vorsitzender von Fraktion und Landesverband zu werden, die zum Strippenzieher Steffel größtmögliche Nähe und größtmögliche Distanz zugleich bewahren. Der Doppelkandidat Kurth gehört nicht dazu, seine Gegenspieler Zimmer (Fraktion) und Zeller (Partei) schon. Sie werden unterstützt von Steffels Leuten, weil diese in ihnen Verbündete sehen, und zudem von einer noch ungewissen Zahl halbwegs neutraler Unionisten, die Zimmer und Zeller für eigenständig halten. Sind sie das? Der SpätwisserWettbewerb, der in der CDU gerade läuft, spricht nicht dafür. Bereits Mitte vergangener Woche hatte sich Steffel entschieden, den Fraktionsvorsitz aufzugeben. Die Öffentlichkeit und seine Gegner erfuhren es erst am Sonntag. Auffällig, wie sehr Zimmer und Zeller bemüht waren, die lange Ahnungslosen und dann Überraschten zu spielen, um nicht als Eingeweihte ins Steffel-Lager eingesperrt zu werden. Und Kurth? Der genießt zwar die Unterstützung der Wirtschaft, ahnt aber die Niederlage in der Fraktion und zieht deshalb auch seine Parteikandidatur wieder in Zweifel. Es wird sehr schwer werden für die Union, das als kraftvollen Aufbruch zu verkaufen. lom

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