KURZ & BÜNDIG : KURZ & BÜNDIG

WAHLVERSPRECHEN

„Abgestufte Zufriedenheit“ vom 14. April

Vor der Bundestagswahl versprach die FDP eine umfangreiche Entlastung der Steuerzahler. Jetzt soll es eine Reform geben, die das Versprechen nicht einhält. Dabei war vor der Wahl bekannt, dass das Land eine Krise durchlebt. Genau das als Argument für eine Steuerreform „light“ dem Wahlvolk nun mitzuteilen, ist schlicht dreist. Wahrscheinlich hat die Partei vor der Bundestagswahl bewusst so gehandelt, damit sie wieder an der Regierung beteiligt ist. Aber, liebe FDP, bedenkt: Wer hoch hinaus will, fällt tief.

Erio Alexander Tsuchiya,

Berlin-Dahlem

DEFINITIONEN

„Polen trauert“ vom 11. April

Ich bin es leid, wenn in Artikeln über den verstorbenen polnischen Präsidenten Lech Kaczynski ständig von einem „Nationalisten“ die Rede ist. War der ehemalige deutsche Bundeskanzler ein Patriot oder ein Nationalist, als er gemeinsam mit den Russen gegen die Interessen der osteuropäischen Länder den Bau der Ostseepipeline beschlossen hat? Ist der französische Präsident Sarkozy, der mit allen Mitteln für französische Interessen kämpft, manchmal ohne Rücksicht auf gemeinsame europäische Interessen, auch ein Nationalist? Dieses Wort wurde weder bei Schröder noch bei Sarkozy benutzt. Ich finde das einfach ungerecht.

Karolina Zawadzka, Szczecin, Polen

INVESTITIONEN

„Bahnfahren wird sicherer“ vom 11. April

Der Leserbrief bedarf einiger Korrekturen. So heißt es, dass die Investitionen für die „Sicherheit des Fahrweges“ erforderlich sind, „am Ende allerdings nicht mehr Strecken zur Verfügung stehen“. Das Gegenteil ist der Fall, was insbesondere am Ostkreuz zu sehen sein wird. Wo heute sechs Bahnsteigkanten zur Verfügung stehen, werden es künftig zwölf sein. Es entstehen ganz neue Verkehrsrelationen mit deutlich kürzeren Reisezeiten, bedingt durch die neuen Umsteigemöglichkeiten – am oberen Ringbahnsteig ins Berliner Umland nach Nordosten und zum BBI; am unteren Regionalbahnsteig nach Frankfurt (Oder), Cottbus, BBI und Potsdam; an den Bahnsteigen der Ostbahn ins östliche Umland usw. Ebenso wird eine direkte Straßenbahnanbindung sichergestellt und mit dem Neubau des Bahnhofs Warschauer Straße ein direkter Übergang zur U-Bahn ermöglicht. Es handelt sich also bei dem Bauvorhaben Ostkreuz keinesfalls um eine reine „Ersatzinvestition“, sondern um eine komplette Neugestaltung.

Ingulf Leuschel, Konzernbevollmächtigter für das Land Berlin (ML BE), Deutsche Bahn AG, Berlin-Tiergarten

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