KURZ & BÜNDIG : KURZ & BÜNDIG

EHRUNG

„Ein Platz für Gräfin Dönhoff“

von Lothar Heinke vom 21. April

Die Benennung von Straßen und Plätzen in Berlin nach Frauenpersönlichkeiten ist noch immer selten und oftmals werden wenig zentrale und repräsentative Orte dafür gewählt. Umso erfreulicher ist das Vorhaben der BVV Mitte, die Spittelkolonaden nach Marion Dönhoff zu benennen.

Dass ursprünglich einer ihrer Vorfahren dem Platz seinen Namen gab, mag ein Anlass, aber nicht der ausschlaggebende Grund sein. Marion Dönhoff hat sich Verdienste um die Gleichstellung der Frauen erworben und als „Zeit“-Herausgeberin wesentliche Phasen der Geschichte der Bundesrepublik begleitet und ihr gesellschaftspolitisches Klima mit gestaltet.

Die Platzbenennung nach ihr in Berlins Mitte wäre eine würdige Ehrung ihrer Persönlichkeit und ein deutliches Zeichen, Frauengeschichte in Deutschland im Stadtbild der Hauptstadt kenntlich machen zu wollen.

Juliane von Friesen, Landesfrauenrat Berlin e. V., Berlin-Wilmersdorf

DISKRIMINIERUNG

„Urteil: ,Ossis‘ kein eigener Volksstamm“ und „Eine von uns“ von Jost Müller-Neuhof vom 16. April

Hätte die Randnotiz „(-)Ossi“ noch den Zusatz „48“ als Hinweis auf das Alter der Bewerberin gehabt, so wäre die Klage auf Entschädigung wegen Altersdiskriminierung wohl erfolgversprechend gewesen. Das ist das eigentliche Problem in den Auswahlverfahren um Bewerbungen auf freie Arbeitsstellen. Nicht selten wird die Grenze schon bei 45 gezogen. Der Druck der sich mehr und mehr auf den Kopf stellenden Alterspyramide scheint noch nicht groß genug zu sein.

Heiner Beisenherz, Berlin-Mitte

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