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ÖKONOMIE

„Euro-Krise / Sparen in den Niedergang“ von Harald Schumann vom 15. Juni

So viel ökonomischen Sachverstand auf der ersten Seite einer Zeitung habe ich selten wahrgenommen. Wenn alle Staaten sparen und gleichzeitig Exportüberschüsse zum Ausgleich ihrer Schulden erzielen wollen,so führt dies in den totalen Niedergang. Und da es auch nicht gelingen wird, Nachfrager vom Mars anzulocken, helfen tatsächlich nur gesetzlich verankerte Mindestlöhne und erhebliche Lohnzuwächse der Arbeitnehmer zur Steigerung der Binnennachfrage. Die Merkel-Regierung sollte den Gewerkschaften in den kommenden Tarifrunden mehr Mut zusprechen.

Joachim Dillinger, Berlin-Tempelhof

VERKEHR

„Senat holt Radler auf die Straße“

von Jörn Hasselmann vom 13. Juni

Mit Verwunderung lese ich immer wieder, dass einschlägige Vereine, Politiker und sogar die Polizei es für sicherer halten, die Radfahrer auf die Straßen zu scheuchen, statt ihnen einen geschützten eigenen Fahrweg abseits der Fahrbahn einzuräumen. Meiner Ansicht nach kann so eine Meinung nur von jemandem geäußert werden, der nicht selbst auf den Straßen Berlins mit dem Fahrrad unterwegs ist. Radspuren auf der Fahrbahn werden von vielen Autofahrern grundsätzlich ignoriert, wenn in der zweiten Reihe parkende Fahrzeuge den Radfahrer nicht sowieso dazu nötigen, sich mit den Autos auf die verbleibende Fahrspur zu drängen. Ich jedenfalls fahre hundertmal lieber auf einem hinter einer Hecke „versteckten“ Radweg, bremse vor Kreuzungen etwas ab und lasse rücksichtslos um die Kurve heizende Rechtsabbieger großzügig passieren. Da kann mir niemand erzählen ich führe dort unsicherer als auf einer Radspur, wo ich immer wieder von Pkw oder Lkw in die Enge getrieben werde. Traurig unterstrichen wird das auch von ihrer Schlagzeile auf derselben Seite: „Elfjährige Radlerin abgedrängt: Kind schwer verletzt“.

Anja Wanke, Berlin-Dahlem

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