KURZ & BÜNDIG : KURZ & BÜNDIG

VERGLEICH I

„Wir schalten um zur Trauerfeier“

von Moritz Rinke vom 7. August

Trauer um Tote als Public Viewing?, so fasst Herr Rinke seine Bedenken über die mediale Trauervermarktung der Tragödie von Duisburg zusammen. Man möge es mir bitte nicht als Pietätslosigkeit auslegen, wenn ich diesen Satz als Anlass für eine Anmerkung nehme: Der seit ein paar Jahren so beliebte neudeutsche Begriff „Public Viewing“, der das kollektive Anschauen einer (Fernseh-)Übertragung in der Masse inklusive gemeinsamen Mitfieberns, Jubelns und Feierns umschreibt, sorgt bei amerikanischen Gästen des Öfteren für Irritationen. Im US-Amerikanischen bezeichnet Public Viewing nämlich die öffentliche Aufbahrung eines Leichnams bei der Trauerfeier, da wirkt die deutsche Verwendung verständlicherweise ziemlich makaber. Public Viewing ist ein weiteres Beispiel von sehr unglücklicher Anleihe aus dem Englischen, ähnlich wie die vermeintlich hip klingende Bezeichnung Body Bag für Rucksäcke und Taschen – wie sich mittlerweile herumgesprochen haben dürfte, bedeutet das auf Englisch aber Leichensack. Bei der Wahl englischer Begriffe gilt also der gute Rat „Trau, schau wem“ – und schau im Wörterbuch nach.

Gerke Schlickmann, Berlin-Neukölln

VERGLEICH II

„Gasag erhöht Preise um 13 Prozent“

von Ralf Schönball vom 11. August

Ich verstehe das Gejammere über die Gasag-Preise nicht. Da ist doch jeder selbst dran schuld. Ich hatte zum 1. Juli einen neuen Vertrag mit einjähriger Preisgarantie abgeschlossen, nachdem mein alter Anbieter erhöht hatte. Nun beziehe ich für ein Jahr Gas, das 23 Prozent unter dem Gasag-Aktiv-Tarif liegt. So einfach ist das. Niemand würde auf die Idee kommen und einen Liter Milch für 76 Cent statt für 58 Cent zu kaufen.

Bernd Wegner,

Berlin-Baumschulenweg

VERGLEICH III

„Karlsruhe kommt Bayerns Rauchern nicht entgegen“ und „Führerschein mit 17 / Prüfung für Alte“ vom 5. August

Das Rauchen, das nicht gesund ist, wird immer mehr dämonisiert, das Autofahren dagegen mit allen Mitteln forciert. Dabei kann man sich den Belästigungen durch Ersteres leichter entziehen als den allgegenwärtigen Gefahren des mörderischen Autoverkehrs. Wo bleibt das Nichtautofahrerschutzgesetz? Wer schützt uns und besonders die Kinder vor Unfallgefahren, giftigen Abgasen, krankmachendem Lärm, Bewegungsarmut?

Klaus Büchner, Berlin-Pankow

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