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HAUSTIERE

„Hundeattacken fordern Politik heraus / Experte empfiehlt Schulungen für Kinder“ von Jan Ludwig vom 21. Oktober

Glückwunsch zu Ihrem Artikel, der endlich die Dinge beim Namen nennt: Die Halter, nicht die Hunde, sind das eigentliche Problem.

Das Wort Hundeschule ist grundsätzlich diplomatisch zu betrachten, diese Einrichtung ist immer nur für die Halter da, nicht für die Hunde. Das Problem: Die meisten Halter nehmen nicht einmal zur Kenntnis, dass sie von Hundehaltung und -erziehung keine Ahnung haben. Was soll denn auch beispielsweise ein armer Hütehund, der zu einem ganz bestimmten Zweck gezüchtet wurde, in einer Stadtwohnung? Er versauert dort, wird in 99 Prozent der Fälle weder körperlich noch geistig gefordert, und niemand muss sich wundern, wenn derart gehaltene Hunde verhaltensauffällig werden. Diese Unterforderung trifft auf andere Rassen gleichermaßen zu.

Warum können nicht auch die Züchter in die Pflicht genommen werden, indem sie beispielsweise Border Collies nicht mehr in Stadtwohnungen verkaufen. Hier geht wohl der schnöde Mammon vor artgerechter Haltung.

Sabine Stock, Berlin-Westend

KIRCHE

„Wenn der Muezzin eine Frau ist“

von Antje Sirleschtov vom 15. Oktober

Die Integrationsdebatte bekommt immer originellere Züge. Einen besonderen Akzent hat jetzt Annette Schavan gesetzt, die über kurz oder lang weibliche Imame in deutschen Moscheen vorbeten sieht. Offenbar traut die Ministerin, die der katholischen Kirche angehört, den Muslimen mehr zu als ihrer eigenen Truppe, wo die Frauenquote bei Priestern bekanntlich hartnäckig bei null liegt. Sollten Deutschlands Muslime Frau Schavans Vision folgen, ergäbe sich eine hochinteressante, ganz neue Konstellation: Eine katholische Minderheit sähe sich dann in Deutschland einer feminismuskompatiblen protestantisch-muslimischen Leitkultur gegenüber.

Ich freue mich schon darauf, wie leidenschaftlich die Vertreter dieser neuen Leitkultur dann über den Umgang mit der Minderheit streiten werden: Die einen werden mit schriller Stimme fragen, wie sich der Ausschluss der Frauen vom Priesteramt denn mit dem Gastrecht vertrage, das die Katholiken in Deutschland genössen, die andern werden sanft um mehr Toleranz und Verständnis für die Katholiken werben, auch wenn diese eine ganz andere kulturelle Prägung hätten als wir.

Kilian Nauhaus,

Berlin-Prenzlauer Berg

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