KURZ & BÜNDIG  :  KURZ & BÜNDIG 

BON APPETIT

„Mon Berlin“ vom 18. Juni

Den Franzosen graust’s wohl vor nichts! Was essen die? Drosselpastete? Sicherheitshalber googel ich das mal, um mich angesichts dieser Ungeheuerlichkeit nicht zu blamieren. Doch tatsächlich, man glaubt es kaum: Drosselpastete wird aus Wacholderdrossel zubereitet, einer Verwandten unserer Singdrossel. Selbstredend kann man ein so zartes Vögelchen nur in „kleinen Häppchen“ verspeisen. Gütiger Himmel! Gelobt sei unsere Chinapfanne, die sich – politisch und moralisch korrekt – überall sehen lassen kann, insbesondere in der vegetarischen Variante mit Karotten, Lauch, Chinakohl, Zucchini, Zwiebeln ...

Ingeborg Steinberg, Mahlow

Glücklich das Land, wo Milch und Honig fließen! Da, wo die Bürger Drosselpastete oder Crêpe Suzette speisen. Bei einem kleinen Glas Sancerre. Sancerre! Nun wissen wir auch, wie erbärmlich es bei uns zugeht: Chinapfanne. Morgens und abends Chinapfanne. Da gruseln sich gar die Engländer. Hilf uns bitte, Du gute Pascal! Sag uns, wie es geht, was wir ändern müssen, um zu leben wie Ihr, Ihr glücklichen Franzosen!

Hermann Mildner, Berlin-Schöneberg

SPURENSUCHE

„Macht und Zeit“ vom 17. Juni

Da erhalten wir auf nahezu einer ganzen Tagesspiegelseite die Information, dass einige Politiker auf alten Fotos jünger aussehen als heute. Aha! Gelebtes Leben hinterlässt Spuren. Besonders bei Menschen mit anstrengenden Berufen. Muss man da hämisch auf jede Falte und jedes graue Haar hinweisen? Haben wir in unserer Zeit nicht unerfreulich viel Jugendwahn und eine zu starke Konzentration auf Äußerlichkeiten?

Petra Sandmann,

Berlin-Prenzlauer Berg

TELEPORTATION

„Wie sieht’s denn hier aus?!“ vom 18. Juni

Es ist immer wieder faszinierend zu erleben, wie rasant Berlin sich verändert. Dankenswerterweise berichtet der Tagesspiegel regelmäßig ausführlich und informativ darüber. Manche Dinge geschehen aber so schnell – quasi über Nacht –, dass man sie gar nicht mitbekommt. Was haben denn die Lichterfelder dazu gesagt, dass ihr Kraftwerk am Barnackufer jetzt den Wilmersdorfern gehört, wie der Bildunterschrift zum Blick vom Steglitzer Kreisel zu entnehmen ist?

Peter Lein, Berlin-Siemensstadt

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