KURZ & BÜNDIG : KURZ & BÜNDIG

MITTELALTER

„Seelenheil und Staatsräson – Bischof

Woelki schwor den Treueeid auf Berlin“ vom 17. August

Der geleistete Treueeid des neuen Erzbischofs entstammt nicht nur dem Reichskonkordat von Hitler von 1933!, er ist auch nicht nur mittelalterlich wie der Theologe Markschies feststellt, er ist letztlich seit 2000 Jahren überholt. Die Bergpredigt Jesu Christi lehnt den Schwur grundsätzlich ab (Matthäus 5, 33–37). Sie baut allein auf die Wahrhaftigkeit des menschlichen Wortes.

Johannes Lenz, Pfarrer, Berlin-Kladow

SINNSUCHEND

„Für wen faste ich“ vom 1. August

Hatice Akyün hat völlig recht, wenn sie feststellt, dass weder der Wochen vor Weihnachten losbrechende Konsumrausch noch das Degradieren des Osterfestes zur Ostereiersuchaktion Sinn macht. Sollte es aber keine „Fünf Gerechte“ mehr in der Stadt geben, die sich an beidem nicht beteiligen und an Weihnachten und Ostern dennoch etwas zu feiern haben? Wo sind diese Fünf? Und wenn es sie noch gäbe, was machte sie denn so immun gegen Maßlosigkeit und Maskerade?

Vielleicht dieses – nun muss ich allerdings metaphorisch reden: Jene Fünf hätten eine Quelle gefunden, die den Sinn von Fasten, Ostern und Weihnachten erschlösse. Noch mehr: Sie wären fähig, an allen Tagen des Jahres von einem Wasser zu schöpfen, welches auch den Alltag mit Sinn tränkt.

Ralf Herbig, Berlin-Wedding

SCHELMISCH

Zum Skandal um Christian von Boetticher

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident wird wohl keinen adligen Nachfolger finden, da dieser eine Freundin von 16 Jahren hatte. Dazu folgende Geschichte: In Göttingen habe ich Jura studiert und im selben Semester war auch Horst Ehmke, unser ehemaliger Justizminister. Von den gemeinsamen Vorlesungen wird E. sich sicher an den Staatsrechtsprofessor B. (Bockelmann) erinnern. Seine humorvollen Sprüche, mit denen er seine Vorlesungen würzte, wurden von den Studenten eifrig notiert. So führte er zur Strafbarkeit bei der Verführung minderjähriger Mädchen, die damals bei 16 Jahren lag, aus: „Wenn nun der junge Kommilitone aufgrund seiner Rechtskenntnisse das junge Mädchen vorher fragt, ob es denn schon sechzehn Jahre alt sei, so wird dieses das sicher bejahen, um ja nicht dem rechtswidrigen Angriff des Verführers zu entgehen.“

Walter Albrecht, Potsdam

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