KURZ & BÜNDIG : KURZ & BÜNDIG

DER WEG IST DAS ZIEL 

„Im Zickzack zum Weiler“ vom 29. April

Im Reiseteil wird ein wunderbarer italienischer Bergwanderweg von San Martino über bzw. vorbei an Ussulo, Ponte Maira, Chialvetta, Colle Soleglio Bue, Monte Chersogno, Vallone di Marmora, Finello, San Martino beschrieben. Die beigefügte Karte enthält sogar zehn Orts- und Landschaftsbezeichnungen, leider keine der vorgenannten. Lediglich das Wanderziel Stroppo kommt in Text und Karte vor. Was soll der Leser, bitte schön, mit solcher Karte anfangen?

Bernhard Jahntz, Berlin-Lichterfelde

LAUTER LUFTIKUSSE

„Berlin fällt aus allen Wolken“ vom 9. Mai

Die Überraschung der Bauleitung kann nur geheuchelt sein. Im Februar berichteten mir zwei dort beim Bau in verschiedenen Gewerken Tätige, es könne bei dem Baustand nie der Juni-Starttermin eingehalten werden. Und nach der großen Probe-Abfertigung für das Publikum wurde mir gesagt: Zwar waren die vielen Koffer vor Presse und Politik korrekt aufgegeben worden, aber dann im Nirwana verschwunden, sie hätten nicht abgeliefert werden können. Und dies soll der Führungsriege nicht bekannt gewesen sein?

Dr. Thomas Scholz, Berlin-Tegel

PIEFIG

„Sieht verboten aus“ vom 3. Mai

Ich liebe meine Stadt von Herzen, vor allem wegen ihrer Vielfalt, ihrer Offenheit, ihrer Toleranz und ihrer Nicht-Perfektion. Ich genieße dies alles seit meiner Jugend. Ich liebe auch meine Zeitung, den Tagesspiegel. Ich muss mich aber fremdschämen für den Artikel Sebastian Lebers, in dem er – und dies sogar an exponierter Stellung – die „saloppe Kleidung“ der amtierenden Vizepolizeipräsidentin unangemessen kritisiert. Seine Meinung empfinde ich als piefig, provinziell und beleidigend, eben nicht berlinwürdig. Auch sollte man spätestens seit dem „Hauptmann von Köpenick“ wissen, dass es auf derartige Äußerlichkeiten, insbesondereUniformen, welcher Art auch immer, wirklich nicht ankommt.

Christel Wolff, 67 Jahre alt,

Berlin-Spandau

DIE CORVETTE, DIE LOLA, DIE ISETTA

„Opel hat wieder einen Adam“ vom 9. Mai

Und ich dachte schon, ich müsste heute auf die Kolumne von Helmut Schümann verzichten und mich mit dem Gemeckere zu Berlins Flughafen begnügen; aber dann wurde ich ja doch noch im Wirtschaftsteil fündig. Dem Mann, dem Mittfünfziger, Brillenträger, mit den ausladenden Geheimratsecken sei gesagt, dass die Frauenquote bei den Autos auch nicht weiterhelfen würde, weil außer dem genannten (Giulietta) kaum ein Automobil mit weiblichem Charme zu finden ist. Ich als Anfangsechziger, Brillenträger, mit schütterem Kopfhaarrestbestand erinnere mich noch an die Isabella von Borgward und die durchaus weiblich anmutende Eleganz des Ro 80. Dem Fahrzeug hätte der Name Rosanna durchaus gut zu Gesichte gestanden. Aber, alles, was danach gekommen ist, ... die Autodesigner sind wohl alle männlich?

Heiner Beisenherz,

Berlin-Friedrichsfelde

AUSVERKAUF

„Wer regiert Kreuzberg?“ vom 6. Mai

Nun ist das Virus also schon in Kreuzberg. Neben der leider erfolgreichen Gentrifizierung im Prenzlauer Berg mit all den Nebenwirkungen provinziell geistiger Kastriertheit und monatlicher Fertilität trifft es nun selbst Kreuzberg. Die letzte Bastion, jenes letzte Bollwerk unserer so geschichtsträchtigen Stadt bröckelt auch schon. Ja, diese Stadt gibt langsam auf, vor Fremden, geldbringenden Touristen, Provinzstudenten, Miethaien usw. Nur hat keiner dieser Zugereisten oder Neuberliner auch nur den geringsten Bezug zu Berlin, kennt keinen Berliner und will auch keinen kennenlernen.

Kai Steg, Berlin-Friedrichshain

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