KURZ & BÜNDIG : KURZ & BÜNDIG

BRATWURST À LA SCHASCHLIK

„Durch die Stadt gewurstelt“ vom 15. Juli

Ich vermisse eine wesentliche Adresse aus der Pionierzeit. Anfang der 50er Jahre hat nämlich ein gewisser Picknick-Schulz am Spandauer Markt eine edle Variante der heutigen Currywurst erfunden. Er nannte seine Kreation „Bratwurst à la Schaschlik“, die ebenfalls mit Curry, Paprika und Tomatensoße serviert wurde. Die Wurst war so lecker und daher stadtbekannt, dass selbst Berliner nach Spandau fuhren, um eine „Ala“ – wie sie von Insidern liebevoll genannt wurde – zu verdrücken.

Dieter Ernst, Berlin-Spandau

SCHWESTERSCHIFFE

„Königinnen halten Hof“ vom 16. Juli

Ich hoffe sehr, dass die „Queen Mary 2“ niemals als Schwesternschiff, also Lazarettschiff, dienen muss, sondern noch lange das Schwesterschiff der „Queen Elizabeth“ bleibt.

Sigrid Scheuritzel, Berlin-Mitte

WI SNAKT PLATT

„Tähn bösten und slapen gahn“

vom 12. Juli

Ganz so traurig steht es um das Niederdeutsche nicht. Auch Bremen und Niedersachsen fördern diese Sprache in den Schulen, u. a. durch Lesewettbewerbe. Mit „wi snakt platt“ bekennen sich viele Norddeutsche zu dem Dialekt.

Erinnert sei auch an den im 19. Jahrhundert auflagenstärksten Schriftsteller Fritz Reuter und den zwar weniger bedeutenden, aber sehr beliebten Gorch Fock. Das Erbe Reuters wird von der rührigen und stetig wachsenden Fritz-Reuter-Gesellschaft gepflegt. Sie ist nach der Wende von Lübeck in die nähere Heimat von Fritz Reuter nach Neubrandenburg gezogen, und von da ist es in seinen Geburtsort – die Reuterstadt Stavenhagen – nur ein Katzensprung.

Dr. Klaus Lüdcke, Berlin-Zehlendorf

IM ZEITRAFFER

„Verfassungsrichter lassen sich Zeit“ vom 11. Juli

Warum titelt der Tagesspiegel „Verfassungsrichter lassen sich Zeit“, während Leitartikler Gerd Appenzeller direkt daneben zutreffend kommentiert, dass die Richter sich Zeit nehmen wollen? „Sich Zeit lassen“ ist eindeutig negativ besetzt und meint im Grunde nichts anderes als „trödeln“. „Sich Zeit nehmen“ hingegen beschreibt eine Tugend, die zu üben dem anstehenden Verfahrensgegenstand wohl angemessen ist!

Ich finde, wir sollten die Richter sich Zeit nehmen lassen!

Bernhard Jahntz, Berlin-Lichterfelde

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