KURZ & BÜNDIG : KURZ & BÜNDIG

DIE GEZEITEN

„Kapitalistische Abenteuerland“

vom 26. August

Sind die vorgestellten Bücher auch so spannend geschrieben? So, dass man nicht aufhören kann, bis zur letzten Zeile durchzulesen? Ein bisschen wurde allerdings meine Lektüre gestört, als ich auch in dem Beitrag das in Mode gekommene „zeitgleich“ entdeckte, was leider seit Jahren das Wort „gleichzeitig“ verdrängt hat. Zeitgleich klingt so schick – oder? Es hat aber eine andere Bedeutung als gleichzeitig, zeitgleich ist die gemessene Zeit, die z. B. zwei Läufer in einem Wettbewerb zurückgelegt haben.

Bitte nehmen Sie diese Bemerkung als freundlich gemeinten Hinweis auf unseren Umgang mit der Sprache.

Ursula Wischhusen, Berlin-Tegel

ANGEORDNETE VERSCHWENDUNG

„Ein glatter Gewinn“ vom 26. August

Die verpflichtende Durchführung der Vergleichsarbeiten (Vera 8) ist eine angeordnete Verschwendung von Zeit und Steuergeldern. Das Fünf-Stufen-Raster, in das die Schüler nach Auswertung der Tests eingeordnet werden, ist nichtssagend, der schulinterne Vergleich überflüssig, der Informationswert für die Eltern gleich null: Zum Beispiel B1, Regelstandard: Der Schüler kann unkomplizierte Sachtexte lesen.

Ja, und?

Was das Kind wirklich kann, können die Fachlehrer erklären, die Zeitverschwendungsmaschinerie abschaffen können sie aber nicht.

Anne Haehnel, Berlin-Charlottenburg

SPORTMOLLE

„Völker, schaut auf diese Brause!“

vom 12. August

Es hat mich gefreut, das zu Unrecht in Berlinpublikationen jedweder Couleur vernachlässigte urberliner Phänomen der „Fassbrause“ endlich einmal angemessen gewürdigt zu sehen. Eine große „Sportmolle“ war für mich als kleiner Junge Höhepunkt des sonntäglichen Familienausflugs. Die Autorin weist auf die optische Anmutung hin („sollte bewusst an Bier erinnern“), erwähnt aber nicht diesen zumindest bis Mitte der 1970er Jahre in West-Berlin vorherrschenden Begriff. Schmankerl am Rande : Als Lehrerkind bin ich in einem gutbürgerlichen west-berliner Stadtteil weitgehend dialektfrei aufgewachsen, daher war mir in meiner Jugend lange nicht bewusst, dass Molle Bier bedeutet.

Michael Adamski, Berlin-Schöneberg

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