KURZ & BÜNDIG : KURZ & BÜNDIG

SEITENVERKEHRT

„Die Wüstenfuchsdämmerung“

vom 30. Oktober

Auch im Rommel-Film wird – wie oft im Kino oder auf der Bühne zu beobachten – die Gehhilfe falsch benutzt. Sie entlastet ein schwaches Bein nämlich nur, wenn sie auf der gegenüberliegenden, d.h. gesunden Seite eingesetzt wird.

Helga Ewert, Berlin-Schmargendorf

FABELHAFT

„Für eine neue Ostpolitik“

vom 2. November“

Da hat Hatice Akyün ihre Brückenstellung einmal eindrucksvoll genutzt. Und der Spruch ihres Vaters gewinnt metaphorischen Glanz.

Ingeborg Jacobs, Berlin-Lichterfelde

DIE MÄRCHENONKEL

„Der Zauber ist ungebrochen“

vom 2. November

Lieber Tagesspiegel, also, vorweg möchte ich Dir sagen: Ich habe Dich sehr lieb. Und wie die Staatenfreundschaft uns lehrte, darf man unter Freunden auch mal ein scharfes Wort aussprechen. Du schreibst oft über die Gebrüder Grimm, erst kürzlich Frau Wendisch und neulich Frau Wahl, aber bitte, bitte, bitte erinnere Dich an den schönen Unterschied zwischen den „Brüdern“ und den „Gebrüdern“. Denn wie Gevatter Duden uns lehrte, stellen Gebrüder die Gesamtheit aller Brüder dar: im Falle der Gebrüder Grimm also derer fünf!

Die Märchenonkel Jacob und Wilhelm sind aber bloß zwei von ihnen, und wenn es nun – wie bei Dir, lieber Tagesspiegel heißt: „Die Gebrüder Grimm lebten 20 Jahre in Berlin. Ihre gemeinsame Ruhestätte befindet sich auf dem St.-Matthäus-Kirchhof in Schöneberg“, dann ist es in dem Doppelgrab ganz schön voll. Mit Märchengruß verbleibe ich.

Carsten Schneider,

Berlin-Hinter-den-sieben-Bergen

EINE TREUE LESERIN

„Wasser auf Leinwand“ vom 6. November

Gestern noch dachte ich mir, na, da hat wohl Kolja Reichert in dem Artikel Tahiti mit Haiti verwechselt. Heute lese ich unter einem Bild von Königin Luise und ihrem Mann Friedrich Wilhelm „II.“, was auch falsch ist. Ich habe den Tagesspiegel seit Jahrzehnten abonniert und schreibe zum ersten Mal.

Ich halte viel von Ihrer Zeitung und bleibe dabei, sie regelmäßig zu lesen. Solche Fehler passen nicht zu Ihrem Blatt, denn da sind doch bestimmt Kontrollinstanzen eingebaut.

Karin von Hilchen, Berlin-Lichterfelde

DIE WELT DES MECKERNS

„Lob des Kompromisses“ vom 6. November

Glücklicherweise hat der Zeitmangel mich daran gehindert, einen Leserbrief über manche Kommentare in den Medien zu den Koalitionsverhandlungen zu schreiben. Dort wird oft von einem „Kuhhandel“ gesprochen, so dass man über das Demokratieverständnis dieser Kommentatoren und Redaktionen (ver)zweifeln kann. Und dann lese ich die Stellungnahme von Herrn Casdorff und will meinen Augen nicht trauen, denn Herr Casdorff stellt die Zusammenhänge so dar, wie es jedem, der auch nur ein wenig Verständnis von demokratischen Prozessen hat, auf der Seele liegt.

Mein geplanter Leserbrief ist daher überflüssig geworden. Es kommt eher selten vor, dass die Kommentatoren Ihrer Zeitung meine Zustimmung finden, heute aber will ich anerkennen und loben. Ich danke Ihnen nicht zuletzt deswegen, weil ich mich in dieser Welt des Meckerns, Niedermachens und Diffamierens nicht mit meiner oft so ganz anderen Meinung alleingelassen fühle.

Gerd Maaß, Berlin-Lankwitz

MARKTTREIBEN

„Fröhliches Anrutschen“ vom 6. November

Nun also ein Wintermarkt am Potsdamer Platz, um den kulturvergessen vorgezogenen Weihnachtsmarkt zu kaschieren. Stinkende und lärmende Dieselgeneratoren treiben Kältemaschinen an, die Trinkwasser bei zweistelligen Plustemperaturen in Schneematsch für die Rodelbahn verwandeln.Auf dieser schiefen Ebene kann man dann in gebrauchten Schläuchen von Autoreifen runterrutschen. Wer genehmigt eigentlich diesen Unfug? Und morgen reden wir wieder über Energieeinsparung und Klimaschutz.

Dr. Manfred Breitenkamp,

Berlin-Halensee

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