KURZ & BÜNDIG : KURZ & BÜNDIG

ERSTE GEIGE

„Chinas Übermut nutzt den USA"

vom 7. Januar

Die multipolare Neuordnung der Welt, mit der herausgehobenen Sonderrolle Chinas, bringt Chancen und Unsicherheiten. Es bleibt eine beruhigende Rückversicherung, angesichts der epochalen Veränderungen, dass die USA noch einige Zeit die erste Geige spielen werden. Dem prägnanten Beitrag von Professor Christian Hacke stimme ich zu, vor allem auch in diesem Punkt.

Dr. Lothar Kraft, Berlin-Friedenau

SCHWARZER PETER

„Wie ,Dr. Frankenstein‘ es nach Deutschland schaffte“ vom 9. Januar

Da wird ein Arzt in den Niederlanden 2004 wegen Medikamentensucht gefeuert, aber die zuständige Behörde braucht weitere fünf Jahre, um sich damit zu beschäftigen. Und diese Behörde entzieht nicht etwa die Approbation, sondern rät dem Arzt, sie doch bitte freiwillig zurückzugeben! Die niederländische Gesundheitsministerin sollte in ihrem Hause für Ordnung suchen, statt den Schwarzen Peter weiterzuschieben.

Dr. Klaus Thierse, Berlin-Reinickendorf

DEBATTENKULTUR

„Ich will auch auf die Liste“ vom 6. Januar

Henryk Broder haben wir mal für einen kritischen Intellektuellen gehalten, er ist aber wohl doch nur ein Comedian, einer von der unteren Sorte, irgendwo zwischen Oliver Pocher und Mario Barth. Aber auch schlechte Komödianten können große Wirkung haben. Ausbaden muss das jetzt Jakob Augstein, stellvertretend für uns alle, die wir die derzeitige israelische Regierung für eine Katastrophe halten und voll Trauer an die sechziger Jahre denken, in denen Israel noch ein weises, stolzes, fröhlich-optimistisches und tolerantes Land war.

Dr. Thomas Lennert, Berlin-Zehlendorf

Eine solche Debatte bleibt immer beklemmend, und das ist sicher auch gut so, denn das Thema ist zu wichtig und das Nahostproblem viel zu dramatisch, um schnell und leichtfertig darüber hinwegzugehen. Martenstein gelingt es, die Debatte gekonnt einzuordnen, und er schließt mit dem zentralen Punkt: Die tatsächlichen Antisemiten im rechten Lager aus den Augen zu lassen, um stattdessen Kritiker des israelischen Vorgehens gegenüber den Palästinensern zu attackieren – das ist gerade für engagierte Israel-Freunde ein gefährliches, unkluges Vorgehen.

Reinhard Kaiser,

Berlin-Prenzlauer-Berg

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben