KURZ & BÜNDIG : KURZ & BÜNDIG

UMSTRITTEN

„Die Schuldenbremse ist pervers“

vom 12. Mai

Wer das liest, fragt sich, ob Prof. Bofinger tatsächlich glaubt, dass die genannten Vorbedingungen erfüllbar sind. Weder wird es in Deutschland Volksentscheide geben noch werden sich die EU- oder auch nur die Euro-Staaten darauf einlassen, ihr Selbstbestimmungsrecht zugunsten einer EU-Regierung aufzugeben. Schon heute kümmern sich die Euro-Regierungen nicht um die bestehenden Verträge; weder werden die

Maastricht-Kriterien noch die „No Bail Out“-Klausel gegen ein Herauskaufen strauchelnder Länder eingehalten. Was bleibt? Zurück zu den alten Währungen!

Gustav Greve, Berlin-Wilhelmstadt

IM GLASHAUS

„Tröpfchenweise“ vom 15. Mai

Wieder ein Beispiel, wie rasch Reflexe gegen BigPharma, der man immer alles Böse zutraut, von den aufrechten Empörern ausgelöst wird. Bitte schauen Sie sich doch mal Veröffentlichungen zu Pharmastudien aus den Jahren 1980 bis ca. 1990 aus Westdeutschland, z. B. der LMU München, z. B. von Studien, an denen der jetzige Vorstandsvorsitzende der Charité beteiligt war, an. Kein Hinweis, dass Patienten sorgfältig aufgeklärt wurden, kein Hinweis auf informierte Einverständniserklärungen. Damals waren die Standards anders, deutlich schlechter als heute in Europa und USA. Wie sind sie in Indien? Anderen Schwellenländern? Dies sollte erforscht werden, hier sollte wissenschaftlich geführte Aufklärung erfolgen.

Geld sollte nicht verschwendet werden, um ausgerechnet die Charité zu beauftragen, etwas „aufzuklären“, was ohnehin klar sein sollte und hier nur den PR-Bemühungen dieses Unternehmens dienen wird, mehr nicht! Der Skandal liegt diesmal nicht vor der Haustür, sondern im entfernten Ausland.

Dr. Jürgen Schwert, New York

STÖRENFRIEDE

„Ein Hauch von Wien“ vom 5. Mai

Ich kann dem positiven Bild vom Friedhofscafé nicht beipflichten. Natürlich, die Besucher genießen die Ruhe; aber sie ignorieren sie auch, denn der Geräuschpegel und das „bunteTreiben“

im Bereich des Cafés ist nicht zu überhören und wirkt hier, an diesem Ort, störend.

Am 9. Mai beobachtet: Eltern spielen mit ihren Kindern zwischen den Grabsteinen Verstecken. Ob das der Würde des Ortes zuträglich ist? Was lernen die Kinder in diesem Moment? Respektvolles Verhalten oder eher, dass an jedem Ort zu jeder Zeit alles möglich und erlaubt ist, wenn es einem selbst Spaß bereitet? Hat eigentlich jemand die Angehörigen von Verstorbenen im Blick, die diesen Raum der Ruhe, der Trauer und Erinnerung brauchen?

Heidrun Kumutat, Berlin-Kreuzberg

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