KURZ & BÜNDIG : KURZ & BÜNDIG

FASSUNGSLOS

Zum Werbespot der Fußball-Frauennationalmannschaft

Es spricht für eine wachsende Sensibilität zum Thema Sexismus, dass der ursprüngliche Werbespot der Frauen-Fußballnationalmannschaft zu Reaktionen führte. Über das Ergebnis lässt sich diskutieren. Wenn ich jedoch täglich in der Werbung vom Sky-Anbieter den Satz

„Du willst es doch auch“ höre oder

sehe, beschleicht mich Fassungslosigkeit, dass sich niemand über diesen

Satz empört, der in Zusammenhang mit sexueller Gewalt nur zu gerne als Ausrede genutzt wird.

Margit Gbur, Berlin-Lankwitz

ISLAM UND TOLERANZ

„Glaube ohne Selbstbegrenzung“ vom 14. Juli

Der Autor Martin Gehlen sucht die Intoleranz im Islam örtlich zu bestimmen. Als intolerant sieht er Saudi-Arabien an, auch Ägypten und die Türkei. Letztere ist zwar seit Jahrhunderten islamisch, war aber zuerst christlich. Meines Erachtens hängt die Intoleranz davon ab, ob eine Bevölkerung an einen guten Schöpfer glaubt oder ob die Schöpfung letztlich doch als schlecht gesehen wird, auf Dauer gesehen.

Gehlen stimme ich zu, wenn er fortschrittliche Religiosität mit Demokratie als vereinbar ansieht. Von Mehrheitsentscheidungen würde ich in der Religion nur einen Kern ausnehmen. Der ist vermutlich weniger umfangreich als die besorgten Kirchenleitungen annehmen.

Gerd Neubronner, Friedrichsdorf

MARK SCHEFFLENZ

„Von Tag zu Tag: Falsches Etikett“

vom 14. Juli

Die Milch mit der Bezeichnung „Mark Brandenburg“ kommt aus NRW – das hat Christian Ströbele recherchiert und moniert. Und mein Schichtkäse? Da gab es an der Kühltheke einen kleinen Wortwechsel zwischen meinem Mann und mir. Er überzeugte mich, den handgeschöpften Schichtkäse der Sorte „Mark Brandenburg“ zu kaufen, da hätten wir ein Produkt der Region, das nicht ewig mit dem Transporter durch Deutschland gefahren werden muss.

Misstrauisch geworden, las ich jetzt das Etikett genau. Der Quark stammt aus Schefflenz, das ist eine Region nördlich von Heilbronn. Die Gegend hat mit der Mark Brandenburg aber auch gar nichts gemein. Es handelt sich um eine gezielte Fehlinformation, um das Kaufverhalten vieler Kunden auszunützen, ja um die Verbraucher abzuschöpfen.

Nebenbei gesagt, liegt der Ort Billigheim wenige Kilometer von Schefflenz entfernt – aber wir nehmen diese Täuschung auch nicht mehr billigend in Kauf. Zur Unterstützung der Aktion

von Christian Ströbele werden wir diese Marke in Zukunft meiden.

Ingeborg Ussat, Berlin-Tegel

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