KURZ & BÜNDIG : KURZ & BÜNDIG

EIN HIMMELWEITER UNTERSCHIED

„Das Gold und der Zweifel“ vom 19. August

Die Leistungen der deutschen Gold-Gewinner aus Moskau entsprechen der Entwicklung der Athleten über Jahre. Ein David Storl war schon immer der beste in den Jugendnationalmannschaften sowie U23, ebenso Raphael Holzdeppe, Robert Harting und Christina Obergföll. Das ist ein himmelweiter Unterschied zu den Entwicklungen von 90 Prozent der überführten Dopingsünder. Die Personalie Werner Goldmann hier mit einzubringen, ist nicht passend. Zur damaligen Zeit war systematisches Doping und entsprechende Siege vom Staat erwünscht, und beinah jeder DDR-Topathlet in der Leichtathletik war involviert. Diese Zeiten haben sich geändert, was sie nicht wahrhaben wollen. Sie sollten die Recherche darauf konzentrieren, den Deutschen Olympischen Sportbund dazu zu bringen, mehr finanzielle Unterstützung für die Dopingfahnder bereitzustellen. Dafür stehen diese vier Sportler nämlich. Damit wäre der Leichtathletik mehr geholfen.

Michael Schäfer, Großbritannien

ARMUTSZEUGNIS

„Kein Glück im Spiel“ vom 20. August

Mit großer Empörung habe ich erfahren, dass trotz Ankündigung des an der Geschichte unserer Stadt so interessierten Regierenden Bürgermeisters die finanzielle Unterstützung des Archäologischen Pfades vom Stiftungsrat der Klassenlotterie, dessen Vorsitzender Herr Wowereit selbst ist, nicht befürwortet wurde. Es ist peinlich und nicht zu erklären, außer mit dem seit Jahrzehnten deutlichen Desinteresse des Berliner Senats. Auch für die Einwohner und vor allem für die Kinder ist es traurig , dass wiederum nichts für den Erhalt der mittelalterlichen Geschichte Berlins an Geldern zur Verfügung gestellt wird. Um die Höhe des Betrages kann es ja nicht gehen, denn es werden für andere Projekte und Prestigeveranstaltungen Millionenbeträge gezahlt.

Claudia Bourcevet, Berlin-Pankow

WOHLGESETZT

„Von Knallfröschen und Hasenfüßen“

vom 21. August

Wie hatte ich mich geärgert über die Preiserhöhung des Tagesspiegels und mich gefragt, wofür ich so viel Geld ausgeben soll – so mancher „müde“ Beitrag und sprachliche Schlamperei. Dann aber erscheint der Artikel von Lorenz Maroldt. Der hat bei mir wie eine Bombe eingeschlagen. Einfach meisterlich: sprachlich kraftvoll, virtuos, garniert mit wohlgesetzten kleinen Hieben. Im Übrigen haben Sie meine schon vorhandene Sympathie für den forschen Sigmar noch gestärkt. Ich stimme ihm zu, der könnte auch Kanzler. Wenn es Peer nicht schafft, wäre ich traurig. Trost fände ich nur bei dem Gedanken, dass vier Jahre eigentlich keine Zeit sind und der Sigmar dann seine Chance bekäme.

Heiner Beisenherz,

Berlin-Friedrichsfelde

IRRE ZEIT

Zum Tod von Henning Vosskamp

Die Gemeinde derer, die zu DDR-Zeiten „Westsender“ hörten, teilte sich in zwei Lager: in die Hörer vom RIAS Treffpunkt und in die s-f-beater. Es war eine irre Zeit, auch, weil die Musik vom s-f-beat mitunter sehr entrückt wirkte. Ich weiß noch, wie „Pfeifen“-Lange seine Moderation mit Hall unterlegte, als käme seine Stimme aus überirdischen Sphären. Wenn er dann noch den Jimmy-Curtiss-Hit „Psychedelic Situation“ gespielt hat, konnte man ahnen, was Lange da in seiner Pfeife geraucht hatte. Aber wenn der Tagesspiegel schon die s-f-beat-Moderatoren der ersten Stunde aufzählt und den wichtigsten vergisst, sollte das korrigiert werden: Es fehlt Ulrich Herzog!

Olaf Stephan, Berlin-Altglienicke

HISTORISCHE FAKTEN

„Christdemokratische Tradition“

vom 19. August

Wolfssohn verbiegt bei seiner Kritik an der SPD-Israelpolitik historische Wahrheiten und verschweigt Fakten. Adenauer konnte 1952 die Wiedergutmachungszahlungen an Israel nur durchsetzen, weil die SPD zustimmte. Brandt setzte mit seinem Kniefall in Warschau das wohl stärkste Zeichen der Nachkriegszeit für Versöhnung mit den Opfern des Holocaust. Es war Schröder, der 2000 die Regelungen für Entschädigungen für die Zwangsarbeiter zur Chefsache machte und durchsetzte. Schließlich war es Sozialdemokrat Johannes Rau, der als erster deutscher Bundespräsident im israelischen Parlament, der Knesset, sprechen durfte und dies auch noch in deutscher Sprache. Den Grund erklärte der damalige israelische Parlamentspräsident Avraham Burg: Johannes Rau ist „der größte Freund Israels in Deutschland“. Der Versuch von Wolfssohn, die SPD in eine antiisraelische Ecke zu stellen, ist für einen Historiker unwürdig.

Helge Staude, Berlin-Pankow

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