KURZ & BÜNDIG : KURZ & BÜNDIG

HEUCHLERISCH

„Volksentscheid: Wem soll das Berliner Stromnetz gehören“ vom 27. August

Dass die Unternehmensverbände Berlin und Brandenburg (UVB) gegen eine

Wiederverstaatlichung des (lukrativen) Netzes sind, ist wegen des entgehenden guten Geschäftes normal. Ein Netzerwerb durch den Staat schaffe keinen Mehrwert für Klima, Wettbewerb und Verbraucher. Es wird suggeriert, dass nur ein Erwerb durch Private oder einen anderen Staat (Schweden) einen Mehrwert für Klima, Wettbewerb und Verbraucher schaffe. Dass die Unternehmen ihre Ablehnung auch mit der Sorge um den Haushalt des Landes Berlin begründen ist meiner Meinung nach heuchlerisch. Oder sind es nur Befürchtungen, Subventionen könnten geringer werden. Dass Frau Yzer als langjährige Cheflobbyistin der Pharmaindustrie das Vorhaben ablehnt, hat sie ja damit deutlich gemacht, dass sie als Regierungsmitglied „ihre“ Bürger gewarnt hat, am 3. November dem Volksbegehren ihre Stimme zu geben. So etwas habe ich von einer Regierung noch nicht erlebt.

Peter Lindner, Berlin-Karlshorst

AUF DEM RÜCKEN DER KINDER

„Streik auf dem Stundenplan“

vom 22. August

Nachdem meine Tränen über den „Hungerlohn“ der Lehrer getrocknet sind, muss ich den Pädagogen ein Geheimnis verraten: In anderen Berufen gibt es auch unterschiedliche Löhne für die gleiche Arbeit, und zwar je nach Arbeitgeber. Vielleicht sollten sich die Herrschaften mal auf dem Arbeitsmarkt umschauen. Sie haben einen schönen Beruf, sind sozial abgesichert und verdienen wahrlich nicht schlecht. Wenn sie für Gerechtigkeit sind, sollten sie für die Abschaffung des Beamtenstatus für alle Lehrer demonstrieren, das würde die Steuerzahler und künftige Generationen entlasten und die unselige Neiddebatte würde nicht länger auf dem Rücken der Kinder ausgetragen.

Hans-Peter Szivos, Berlin-Lichterfelde

300 MILLIONEN STEUERGELDER

„Streit um Gutachten zum BIG“

vom 23. August

Die Geheimhaltung des Gutachtens

zum Berliner Institut für Gesundheits-

forschung (BIG) begründet das Ministerium mit „vertraulichen Voten der

Gutachter, die nur für die Zuwendungsgeber und den BIG-Vorstand vorgesehen sind“. Da haben Frau Ministerin Wanka

und ihr Beamtenstab wohl übersehen, wer die Zuwendungsgeber sind.

Laut Bericht werden bis 2018

300 Millionen Steuergelder ausgegeben, „Zuwendungsgeber“ ist also die Bevölkerung, die einen Anspruch auf Transparenz hat. Bei der Taktik von Frau Wanka muss man dann auf Ideen kommen, dass sich irgendwelche „Amigos“ im Hintergrund wieder Aufträge, Gewinne usw. zuschanzen.

Ich hoffe, dass sowohl Opposition als auch ihre Redaktion dieses undemokratische Verhalten des Ministeriums weiterverfolgen und die Steuerzahler aufklären, wo Frau Wanka und ihre Beamten Millionen verpulvern oder sachgerecht ausgeben.

Jürgen Esbold, Berlin-Neukölln

APROPOS

„Hatice Akyün: Meine Heimat“

Heute schreibe ich, für einen echten

Berliner wohl eher untypisch, obwohl ich nichts zu meckern habe. Mit stets noch zunehmender Freude lese ich

montags die Betrachtungen von

Hatice Akyün.

Sowohl inhaltlich als auch sprachlich ein Genuss für mich. Ein Grund mehr, auch hier in Hamburg – wo ich nun lebe – den Tagesspiegel zu lesen.

Apropos „Migrationshintergrund“, den haben doch fast alle Berliner.

Wessen Altvordere waren nicht Franzosen, Polen, Ostpreußen, Schlesier oder Schwaben!?

Gerhard Pregler, Hamburg

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