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SCHÖN GERECHNET

„Senat: Schulen zu 100 Prozent mit Lehrer ausgestattet“ vom 1. September

Haben wir nun genug Lehrer oder nicht? Das Dilemma ist, dass der Senat raffiniert zählt: Nämlich die Lehrer pro Bezirk, ganz gleich ob Gymnasial- oder Grundschullehrer. Pro Bezirk kommt das Ganze dann auf über 100 Prozent, weil sich z. B. so viele an den Gymnasien doppelt und dreifach anmelden. Niemand bezweifelt, dass ein überzähliger Gymnasiallehrer eine fehlende Grundschullehrerin eben nicht ersetzen oder ernsthaft vertreten kann, umgekehrt auch nicht! Solange bezirksweit schöngerechnet wird, ändert sich an den Unterrichtsausfällen nichts.Jürgen Scholz, Berlin

GEFÜHLTE MERKWÜRDIGKEITEN

Berichterstattung zur Treberhilfe

Es ist ja mittlerweile üblich, dass der Staat in allen Bereichen originäre Aufgaben an Private auslagert. Diese können die Leistungen offenbar besser und kostengünstiger erbringen als das eigene Personal. Es ist ein unüberschaubares Geflecht an Trägern/Firmen unterschiedlichster Rechtsform entstanden, für die es attraktiv zu sein scheint, staatliche Leistungen zu übernehmen – und möglicherweise daran zu verdienen? Dies führt zu gefühlten Merkwürdigkeiten, dass z. B. ein Geschäftsführer eines Trägers einen Dienstwagen fährt, was möglicherweise rechtlich aber gar nicht beanstandet werden kann.

Hiervon träumt der Leiter eines kommunalen Jugend- oder Sozialamtes! Dieser arbeitet nämlich nicht privatwirtschaftlich, sondern nach geltendem Haushaltsrecht und dem Gebot der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit.

Sicher macht der größte Teil der privaten Träger gute und erfolgreiche Arbeit, das soll hier heraus- und in keiner Weise infrage gestellt werden. Ich frage mich aber nicht zum ersten Mal, ob und wie der staatliche Auftraggeber in dem unübersichtlichen Feld die

erbrachten Leistungen und die Finanzgebaren der Beauftragten regelmäßig überprüft.

Marina Schmidtchen,

Berlin-Lichterfelde

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