KURZ & BÜNDIG : KURZ & BÜNDIG

EIN LOB IM WALD

„Nehmen wir Raab“ vom 8. September

Der sehr dichte Blätterwald der Berliner Zeitungslandschaft führt oft zur informativen Egalité, Plattheit und zu krampfartigen Versuchen, Deutungshoheit über alle Ereignisse/Meldungen/Entwicklungen zu erzielen. Eine Kolumne, die

Harald Martenstein'sche, ragt heraus. Ein Grund für mich, ein treuer Tagesspiegel-Leser zu sein.

Steffen Liebich, Berlin

EIN MÄUSLEIN ALS MÜSLI

„Berlin, aber oho: Chuchichäschtli“

vom 9. September

Als Europäer mit Schweizer Pass stört es mich, wenn schweizer-deutsche Wörter nicht korrekt übersetzt werden. In der bäuerlichen Kultur der Deutschschweiz gibt es keinen Schrank, sondern nur den „Chaschte“, auf deutsch: Kasten. Also bedeutet Chuchichäschtli nicht Küchenschränkchen, sondern Küchenkästlein.

Die beiden Herren Fankhauser und Kaiser sind keine Züricher, sondern Zürcher, sie wären auch keine Baseler, sonder Basler und auch keine St. Gallener, sondern St. Galler. Siehe „Neue Zürcher Zeitung“, „Basler Zeitung“ und St. Galler Tagblatt“. Meinen Dresdner Freundeskreis bitte ich vor ihren Besuchen in der Deutschschweiz, dass sie sich zum Frühstück ja kein Müsli bestellen, da ihnen dann ein Mäuslein serviert würde, sowie in den Buchhandlungen nicht nach einem Büchli (Bäuchlein), sondern nach einem Büechli (Büchlein) zu fragen.

Den Artikel habe ich trotzdem gerne gelesen und werde bei meinem nächsten Berlin-Besuch dem „Chuchichäschtli“ meine Aufwartung machen.

Hans-Jörg Schwabl, Dresden

WISSENSCHAFTLICH KORREKT

Verein kürt Duden zum „Sprachpanscher des Jahres“ vom 3. September

Der Verein Deutsche Sprache hält dem Duden-Verlag als diesjährige Auszeichnung „Sprachpanscherei“ vor. Dankenswerterweise dokumentiert der Duden auf mittlerweile 1216 Seiten gesprochene und geschriebene Sprache, also Sprache und Schreibe. Es macht damit den jeweils gegenwärtigen Sprachgebrauch überprüfbar und regelt die Schreibung der aufgeführten Wörter. Nicht mehr und nicht weniger. Glanzlos.

Dass Wortgebrauch und Wortneubildungen vorbehaltlos dargestellt werden, ist wissenschaftlich korrekt, für Sprachinteressierte in Gegenwart und Zukunft nützlich und deshalb begrüßenswert. Zur Kenntlichmachung der Zugehörigkeit zu verschiedenen Sprachebenen oder -zeiten verwendet der Duden über 100 Abkürzungen. Hier wird säuberlich wissenschaftlich getrennt, nicht gepanscht!

Gunter Paul, Berlin-Spandau

DAMALS WARS

Berichterstattung zum Wahlkampfthema Mindestlöhne

Das Thema flächendeckende Mindestlöhne ist offenbar eines der großen

Wahlkampfthemen. An der Spitze der Forderungen steht die Partei Die Linke mit ihrem Wortführer Gregor Gysi.

Man darf aber einmal daran erinnern, dass die Vorgängerpartei der Linken,

die Sozialistische Einheitspartei Deutschland, in der Gregor Gysi mehr als nominelles Mitglied war, als Regierungspartei „Höchstlöhne“ gesetzlich festlegte: Der höchstzulässige Stundenlohn damals

betrug beispielsweise im Fleischerhandwerk 3,42 Mark der Deutschen Notenbank, sprich Ostmark. Betriebe, die mehr zahlten, wurden streng bestraft.

Siegfried Kleinhans,

Berlin-Siemensstadt

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