KURZ & BÜNDIG : KURZ & BÜNDIG

DAS WIR

„Die Basis murrt an Rhein und Ruhr“

vom 2. Oktober

Hannelore Kraft hat gesagt: „Wir haben in einer großen Koalition keine guten Erfahrungen gemacht.“ Mit „wir“ ist offensichtlich die SPD gemeint, d. h. für die Ministerpräsidentin rangiert das Parteiinteresse vor dem Wohl des Landes – ein seltsames Demokratieverständnis. Wohin das führen kann, lässt sich zurzeit in den USA beobachten. Frau Kraft hätte ja anerkennen können, dass seinerzeit die große Koalition Deutschland gut durch die Finanzkrise gebracht hat. Aber das zählt für sie und weite Kreise der SPD offenbar nicht. Ihre Äußerung hat aber auch einen logischen Fehler, denn obwohl die SPD in den letzten vier Jahren nicht in einer großen Koalition, sondern in der Opposition war, hat sie kaum mehr Stimmen geholt als 2009 und die Wahl verloren.

Klaus Pfeiffer, Berlin-Spandau

DURCH DIE KRISTALLKUGEL

„Ankündigen und dann nichts liefern – das ist fatal“ vom 29. September

Was macht Herrn Kubicki – Funktionär einer untergehenden Partei – für die Medien so interessant? Dass er es als Strafverteidiger beruflich gewohnt ist, polemisch aufzutreten? Oder dass er Frau Merkel massiv kritisiert und des Versprechensbruchs bezichtigt, obwohl sie bisher kein Wort zur Steuererhöhung gesagt hat! Was soll man zu einem Politiker sagen, der am Anfang der neuen Legislaturperiode ganz sicher weiß, dass es mit Frau Merkel „abwärts“ geht! Sie hat ja nicht mehr die FDP und Herrn Kubicki, die sie auf dem rechten Weg halten. Ich würde mich freuen, im Tagesspiegel künftig Interviews mit Politikerinnen und Politikern zu lesen, die das, was sie zu politischen Fragen äußern, auch in den Parlamenten vertreten müssen!

Volkmar Zilch, Berlin/Lychen

DIE ANKÜNDIGUNGSMINISTERIN

„Der erste Abschied“ vom 1. Oktober

Welch’ Freude, dass die Ankündigungsministerin Aigner wieder nach Bayern zurückkehrt. Mir ist nichts bekannt, was sie in ihrer Amtszeit im Bundeskabinett Positives für Menschen, Tiere oder Natur erreicht hätte. Stattdessen hat sie viel angekündigt, viele Zehn-Punkte-Pläne herausgegeben und war Steigbügelhalterin für die Landwirtschafts- und Gentechnikindustrie. Auf so eine Ministerin, die sich nicht von ihrem Chef und Vorgänger Seehofer unterscheidet, kann ich gut verzichten. Nun hoffe ich, dass sich die SPD oder die Grünen das Landwirtschafts- und Verbraucherministerium in einer neuen Koalition sichern können. Denn von der CSU sind keine Verbesserungen zu erwarten außer für die Gewinne der Landwirtschaftskonzerne.

Stephanie Goldbach,

Berlin-Charlottenburg

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