KURZ & BÜNDIG : KURZ & BÜNDIG

STARK DIREKTIONAL

„Mehr Demokratie hören“ vom 15. Oktober

Ich kann mich der Lobrede von Frederik Hanssen zur Philharmonie nur begrenzt anschließen. Auch wenn die „demokratische“ Stellung des Orchesters mitten im Publikum viele moderne Nachahmer gefunden hat, ignoriert sie die elementare Physik des Musikmachens: Viele Instrumente strahlen stark direktional. Eine Trompete klingt ganz anders vorne als hinten, eine Violine weniger, aber der Unterschied ist noch deutlich.

Wer zum Hörerlebnis in die Philharmonie geht, dem empfehle ich, nur vor dem Orchester, ganz altmodisch, zu sitzen.

Bruce Mayo, Berlin-Dahlem

ITALIENISCHES VORBILD

„Splitter kamen runter“ vom 12. Oktober

Leider kommt es aktuell vermehrt zu Steinwürfen von Autobahnbrücken mit u. U. tödlichen Folgen. Um diese Straftaten zu verhindern, könnte man sich italienische Autobahnen zum Vorbild nehmen. Dort sind Brücken, auf denen sich Fußgänger bewegen, mit Plexiglaswänden gesichert. Das Werfen von Gegenständen wird dadurch erheblich erschwert und der „Kick“ für die Täter fällt weg.

Rosa Weinand, Berlin-Wilmersdorf

GENAUE PRÜFUNG

„Ohne Not zu wenig verlangt“

vom 12. Oktober

Die Darlegung, dass dem Erlass der Verordnung zur Senkung der Kappungsgrenze für Mieterhöhungen keine Untersuchungen zur Feststellung der angespannten Wohnungsmarktlage in Berlin vorausgingen, ist nicht richtig. Die genaue Prüfung des Vorliegens einer angespannten Wohnungsmarktlage für ganz Berlin war die Grundvoraussetzung für den Erlass der Rechtsverordnung.

Die Begründung für die Kappungsgrenzen-Verordnung kann jeder im Internet – in der Parlamentsdokumentation des Abgeordnetenhauses – nachlesen. Die Untersuchungen berücksichtigen acht Indikatoren, wie zum Beispiel die Versorgungsquote der Haushalte mit Mietwohnungen, um eine angespannte Wohnungsmarktlage für ganz Berlin festzustellen. Für die sachgerechte Prüfung blieb darüber hinaus auch genügend Zeit, da das Mietrechtsänderungsgesetz als Rechtsgrundlage zwar erst am 1. Mai 2013 in Kraft trat, aber bereits anderthalb Monate vorher verkündet wurde und lange davor im Bundesrat, mit Berliner Beteiligung, debattiert wurde.

Ephraim Gothe, Berliner Staatssekretär für Bauen und Wohnen, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

GLÜCKSMOMENT

„Das Glück ist immer weiter gewachsen“ vom 15. Oktober

Vielen Dank für das Interview mit dem Klarinettisten Karl Leister aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Philharmonie. Ich war damals Referendar im nahegelegenen Sozialgericht und ging hinüber zur Philharmonie, um den Einzug der Gäste mitzuerleben. Im überfüllten Kassenvorraum stand ein Kontrabassist der Philharmoniker, bereits im Frack, kam auf mich zu und fragte: „Woll’n Sie ’ne Karte?“ Was für eine Frage.

Ich betrat den großen Saal von Block K aus. Es verschlug mir den Atem. Solch ein Raumerlebnis war mir trotz Kathedralen und Domen noch nie widerfahren. Als dann die 3. Leonoren-Ouvertüre begann, konnte ich die Tränen nicht

zurückhalten. Seitdem ist das Gefühl des Glücks und der Dankbarkeit, ob als Zuhörer oder Chorsänger, nur gewachsen.

Ich kann Karl Leisters Aussagen gänzlich nachempfinden.

Rainer Bürgel, Berlin

WORKING CLASS HERO

Starre Pensionsgrenze „Arbeiten, solange es geht“ vom 13. Oktober

Ich bin 86 Jahre alt, bereite mit meinem Sohn vier Spielfilmprojekte vor und einen großen Rechtsstreit um die „Feuerzangenbowle“. Ich erwarte meinen Auftritt zur ersten Filmpremiere auf der Bühne des neuen Zoopalastes im Herbst 2014. Vor und auch nach meinem 65. Geburtstag – also seit mehr als 20 Jahren „drüber“ berufstätig.

Hanns Eckelkamp, Filmproduktion,

Berlin-Wilmersdorf

AUS PLATZGRÜNDEN

„Asozial“ vom 13. Oktober

Ich arbeite in einem Restaurant in Mitte und habe versucht, für ein Ehepaar mit Baby ein Taxi per Telefon zu bestellen. Das Paar, die als Touristen in der Stadt waren und nur Englisch sprachen, hat 55 Minuten auf ein Taxi gewartet, das ein Baby transportieren darf. Drei Mal habe ich beim Taxifunk angerufen, die versicherten, wiederholt einen Rundruf abzusetzen. Ich habe einen Taxifahrer befragt, der einen Gast gebracht hat, ob er einen Kollegen kennt, der eine Babyschale an Bord hat. Antwort: Die nimmt zu viel Platz weg, wir setzen voraus, dass die Kunden diese dabei haben. Warum kann ein Taxi , mit einem Schwenk über die Zentrale, diese nicht an Bord nehmen und weiter zum Kunden fahren?

Thomas Worms, Berlin

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