KURZ & BÜNDIG : KURZ & BÜNDIG

STUNDE DES PARLAMENTS

„Gefährlicher Doppelpass“

vom 18. November

Die Führung der SPD wagt wahrlich ein für sie ganz gefährliches Spiel auf sehr dünnem Eis. Wenn bei einer Beteiligung von ca. 21 Prozent der ca. 475 000 Mitglieder nur 50 000 mit „nein“ votieren, ist es aus mit einer potenziellen Koalition. Wichtig für das Votum jedes Mitglieds ist natürlich auch die öffentliche Diskussion über das Koalitionsabkommen. Würde die CDU den Mut haben Frau Merkel trotzdem im Bundestag zur Kanzlerin vorzuschlagen, schlägt die Stunde des Parlaments. Jeder Abgeordnete ist nur seinem Gewissen verantwortlich. Schon aus Gründen der Selbsterhaltung werden sicherlich ca. zehn Stimmen bei der geheimen Wahl aus dem dann großen Lager der Opposition zur Kanzlerwahl ausreichen. Wir hätten dann eine starke Minderheitsregierung, die sich für ihre gesetzlichen Vorhaben eine Mehrheit des Parlaments jeweils erkämpfen müsste. Die Demokratie wäre die Gewinnerin, da die politische Diskussion im Lande noch transparenter wird.

Erwin Loßmann, Berlin-Wilmersdorf

HOHLE EITELKEIT

„Heidi Klum darf HU nicht mehr stören“ vom 20. November

Ich bin wirklich entsetzt, dass unsere Universitäten zu Bedürfnisanstalten zur Befriedigung von Trieben verkommen sollen – so ein Image kommt hier zwangsläufig auf! Als ich noch Medizin studierte, kämpften wir StudentInnen für einen Reformstudiengang, der dann auch eingeführt wurde. Das ist etwas, auf das wir wirklich stolz sein können und hier ist der Kampf noch lange nicht zu Ende gekämpft!

Hat die HU zu viel Einnahmen, dass sie solche BZ-Themen auf die Tagesordnung setzt? Wo Geld für Grundlagenforschung gestrichen wird und Gelder für alle möglichen sozialen Einrichtungen einfach nicht mehr da ist, scheint bei den Studenten von heute überhaupt kein Schamgefühl und soziales Gewissen mehr vorhanden zu sein: nur noch eitler Schein und Sex, Drugs and Rock’n Roll? Hohle Eitelkeit ohne jegliches Gewissen hat an einer Universität nichts zu suchen, die Ethik und Wissen lehrt! In Zeiten, in denen wir über Exzellenzuniversitäten sprechen, zeigen sich an der HU nur noch riesige Fragezeichen, welche Führung dort das Sagen hat, dass sie den Ruf der HU ins Rotlicht- und Bling-Bling-Milieu lokalisiert wissen will.

Ich bin sprachlos und frage mich, was sich da hinter den Kulissen tut, denn solche StudentInnen sind ja ein Symptom für ein größeres Übel. Hier müsste Aufklärung betrieben werden und gegengesteuert werden, damit eine Universität einer europäischen Hauptstadt nicht ihr Renommee weiter „in den Keller fährt“.

Ihre entsetzte, ratlose Leserin

Eva-Maria Koch,

Berlin-Charlottenburg

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