KURZ & BÜNDIG : KURZ & BÜNDIG

SENSIBILISIEREN

Zur Serie „Berlin, aber oho“

Mit Freude lese ich die neue Serie. Vielen Dank sage ich dem Tagesspiegel, der damit die Einzelhändler unterstützt. In Zeiten der Online-Bestellungen ein wichtiger Beitrag, um das Bewusstsein von der Kundschaft für diesen Bereich wieder zu sensibilisieren. Wie sehen unsere Städte in Zukunft aus? Schaufenster sind nicht mehr nötig. Produkte werden ins Wohnzimmer geliefert? Zu welchem Preis wird jedoch nicht bedacht. Ich hoffe, dass die Beiträge zur Diskussion anregen.

Anna G. Kopp, Berlin-Friedenau

EINZIGARTIGE BRACHFLÄCHE

„Tempelhof. Ein weites Feld“

vom 29. Januar

Zunächst scheint es zuzutreffen ... billige Grundstücke zur Wohnbebauung und die „schicke Zentralbibliothek“. Aber darum geht es der politischen Nomenklatura nicht. Sie will ein vorzeigbares Projekt. Etwas, mit dem man bei der Wahl punkten kann, mit dem man sich selbst feiern kann. Ein paar tausend Wohnungen auf dem Tempelhofer Feld – das ist schon etwas. Ein paar tausend Wohnungen über die Stadt verteilt ... das ist nur eine statistische Größe. Die Initiative hat nachgewiesen, dass noch genügend geeignete innerstädtische Flächen zur Wohnbebauung zur Verfügung stünden.

Es geht darum, ob man es schafft, von dieser einzigartigen innerstädtischen Brachfläche dauerhaft die Finger zu lassen. Auf die Idee, die Randflächen des New-Yorker Centralparks zu bebauen, käme auch niemand.

Ein Entscheid gegen jegliche Bebauung des Feldes schädigte niemanden. Er wäre jederzeit korrigierbar. Der Entscheid für eine Randbebauung wäre nicht nur unumkehrbar, er wäre auch der Einstieg in eine weitere Bebauung in den nächsten Jahrzehnten.

Lothar Tietz, Berlin-Wittenau

PERMANENTE BERIESELUNG

„Freiheit fürs Publikum, Freiheit fürs Programm!“ vom 29. Januar

Joachim Huber hat vollkommen recht, wozu brauchen wir im öffentlich rechtlichen Fernsehen mehr als 20 Sender!? Wer sieht sich z. B. „tagesschau24“, „ZDFinfo“ oder „Das Vierte“ an. Durch einen Verzicht auf einige dieser Sender könnte man auch weitgehend werbefrei werden.

Dieter Reichel, Berlin-Mariendorf

Sie haben soooo recht. Ich hätte nicht gedacht, dass der Anteil der Werbung an der Finanzierung so gering ist. Und dafür diese penetrante Berieselung. (Es gibt übrigens noch das Funkhaus Europa, das auch ohne Werbung auskommt.)

Volker Schewitz,

Berlin-Charlottenburg

ADDITIVE ANRECHNUNG

Berichterstattung zur Mütterrente

Alle Medien berichten von den zu erwartenden Rentensteigerungen durch die sog. „Mütterrente“. Keiner achtet darauf, dass üblicherweise bei der Rentenberechnung die Kindererziehungszeiten auf Beitragszeiten aus einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit in der Erziehungszeit angerechnet werden.

Man spricht dabei von einer additiven Anrechnung – mit der Konsequenz,

dass bei berufstätigen Frauen die

entsprechende Rente durch Punkte

für Erziehungszeiten nicht oder nur

sehr wenig steigt. Allemal im Osten, wo die Frauen, die vor 1992 Kinder erzogen haben, diese sehr bald in der Krippe abliefern mussten und weiter gearbeitet und also auch Beiträge gezahlt haben, die bei der Rentenberechnung berücksichtigt werden, „verschwinden” Rentenpunkte aus Erziehungszeiten fast vollständig …

Helmut Lück, Berlin-Prenzlauer Berg

ZWEIFELHAFTES MANDAT

„Flügellahmer Engel“ vom 21. Januar

Im Artikel wird endlich die fortgesetzte Anmaßung des ADAC, für 19 Millionen Mitglieder zu sprechen, angeprangert. Warum die Medien erst jetzt reagieren, ist allerdings unverständlich. Schon während der ersten Ölkrise im Herbst 1973 – mit den autofreien Sonntagen – hat der ADAC eine bornierte, anmaßende Rolle gespielt. Das war für mich damals der Grund, aus dem Verein auszutreten: Ich zahlte gerne für Pannenhilfe, nicht aber für ein äußerst zweifelhaftes politisches Mandat! Offensichtlich hat der liebe Engel durch seine – bezahlte – Hilfsbereitschaft Autoindustrie, Politik, Medien und Autofahrer so eingelullt, dass die kritische Distanz verloren ging. Das hat sie aber unvorsichtig gemacht. Könnte es sein, dass in diesem Moment fieberhaft die Vernichtung von Akten und die Löschung von Dateien vorgenommen wird, bevor der Staatsanwalt kommt? Denn durch Preise belohnt zu werden ist doch in der Regel nicht kostenlos.

Hildebrand Machleidt,

Berlin-Kreuzberg

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben