Meinung : Kurzmeldungen

MENSCHENGERICHTSHOF BESTÄTIGT ANONYME GEBURTEN Nicht ohne meine Mutter

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Anonyme Geburt – ein nüchterner Begriff für Geschichten von Verzweiflung, Not und der Entscheidung über Schicksal. Gemeint ist der (seltene) Fall, dass Frauen ihr Neugeborenes abgeben und, anders als bei der Adoption, ihre Identität für immer vor dem Kind geheim halten wollen. Manchen Frauen erscheint dies als letzter Ausweg, das Kind auszutragen. In Frankreich ist die anonyme Geburt legal – in Deutschland nicht, vor allem aus verfassungsrechtlichen Bedenken. Doch jetzt hat der Europäische Menschengerichtshof entschieden, dass die anonyme Geburt nicht gegen das Menschenrecht auf Familienleben verstoße: Dem Recht des Kindes, seine Eltern zu kennen, stehe das Recht der Mutter auf Persönlichkeitsschutz gegenüber. Diesen Konflikt durch Gesetze zu regeln, sei Aufgabe der Staaten. Straßburg vermeidet also eine Festlegung, aber die deutschen Befürworter der anonymen Geburt werden sich bestätigt sehen. Ihre Argumente bleiben jedoch schwach: Noch hat niemand nachgewiesen, dass die legale anonyme Geburt die Zahl der Kindstötungen oder Aussetzungen senkt. Bewiesen ist aber, welche lebenslangen Folgen es für Kinder hat, ihre Eltern nicht kennen zu dürfen. Für Mütter in Not gibt es bessere Hilfen, für die Kinder auch. svs

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