Meinung : Lachende Dritte

NOCH 38 TAGE

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Seit längerem liegt die FDP im Kampf um den dritten Platz deutlich vor den Grünen, nicht erst seit der leidigen Bonusmeilen-Zählerei. Die große Möllemann- Krise kommt wohl noch – wenn die Partei so gut abschneidet, wie sie hofft und manche meinen. Inzwischen pendeln sich verschiedene Meinungsforschungsinstitute bei einem zweistelligen Ergebnis ein; die Stimmung reicht demnach zu einem Anteil zwischen zehn und dreizehn Prozent. Obwohl das noch keine Stimmen sind, erstarkt doch das Interesse an der FDP als Bündnispartner. Vorausgesetzt, dass es keine Große Koalition gibt, die niemand wählen, die allen bloß passieren kann, würde es für Schröder als Kanzler höchstens mit einer Ampel reichen, während die Union auf die Freien Demokraten angewiesen ist, um Stoiber zum Kanzler zu machen. Was für die Westerwelle-AG komfortabel wirkt, hat seine Tücken. Die Union wird jetzt noch stärker drängen, dass die FDP sich erklärt, wen sie unterstützen will; und tut sie es nicht, springen ihr dann die Bürgerlichen ab, die mit freidemokratischer Hilfe einen Kanzler Stoiber liberal mäßigen wollen. Das sind im Zweifel genau die Wähler, die der FDP zu mehr als zehn Prozent verhelfen könnten. Was umgekehrt bedeutet: Unabhängigkeit hat ihren Preis. Der lachende Dritte könnten dann die Grünen sein. Noch 38 Tage. cas

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