Ladendiebstahl : Abgefilmt

Das Misstrauen bleibt: Wenn Lidl seine Mitarbeiter inklusive dem Gang zum WC kameraüberwachen lässt, tröstet auch nicht, dass dem Handel im letzten Jahr mehrere Milliarden Euro Verlust durch Ladendiebstahl entstanden sind.

Sollte all die Empörung für die Katz’ gewesen sein? Groß war der Aufschrei, als bekannt wurde, dass Lidl seine Mitarbeiter mit Kameras bis auf die Toilette verfolgt hat. Der Discounter rechtfertigte das mit der hohen Zahl von Ladendiebstählen, gab aber immerhin zu, im Einsatz der Mittel übertrieben zu haben.

Womöglich wurde das Unternehmen zu früh abgekanzelt: Nach einer neuen Studie sind dem Handel im vergangenen Jahr 3,3 Milliarden Euro Umsatz durch Ladendiebstahl entgangen, gut ein Drittel war auf Mitarbeiter zurückzuführen, zwei Drittel auf Kunden. Die Reaktion des Handels – er will aufrüsten und noch mehr Kameras installieren – kann man zumindest nachvollziehen: Ihm entgehen Umsätze.

Auch der überwiegende Teil der ehrlichen Kunden könnte beruhigt sein, der die Diebstähle durch Preisaufschlag bezahlen muss. Andererseits haben Lidl und andere Kameranutzer eines bis heute nicht schlüssig erklärt: Wie sie Mitarbeitern und Kunden garantieren wollen, dass sie die Grenze zwischen erlaubter und unerlaubter Überwachung künftig achten. Was bleibt, ist ein diffuses Gefühl des Misstrauens, das mit der Zahl der Kameras nicht kleiner wird. (Tsp/pet)

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