Meinung : Laster gegen Laster

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In Deutschland neigt man dazu, dem Staat die Lösung sozialer Probleme zu überantworten. Nun also auch beim Rauchen, das in Gaststätten verboten werden soll. Solcherart erzwungene Volkspädagogik ist liberalen Menschen ein Gräuel. Und doch kommt auch der Freiheitsliebende an zwei Tatsachen nicht vorbei: Ohne Zwang werden all jene weiter kaum Wahlmöglichkeiten haben, die in rauchfreie Kneipen und Restaurants gehen wollen, weil es sie schlicht nicht in ausreichender Zahl gibt. Der freie Markt regelt dieses Problem nicht von allein, weil Wirte es sich bisher offenbar nicht leisten können, Raucher zu verlieren. Auch an anderer Stelle funktioniert der Markt nicht: Wenn Raucher die von ihnen verursachten Kosten tragen müssten, gäbe es längst teure Krankenversicherungsklassen, die viele von ihrem gesundheitsschädlichen Tun abbringen und auch die Kalkulation der Wirte verändern würden. So aber bringt das eine das andere mit sich: Eine Gesellschaft, die so weit abgerückt ist vom Prinzip Verantwortung, dass die einen die Laster der anderen mitbezahlen, muss am Ende die Freiheit des Einzelnen erneut beschneiden, um die negativen Effekte falsch verstandener Solidarität zu beseitigen. clw

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