Meinung : Lebensarbeitszeit: Richtige Idee, falscher Zeitpunkt

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So ist das im Winter. Auf Grund der Jahreszeit gibt es weniger Arbeitsplätze, die Arbeitslosenzahl schnellt nach oben, aktuell auf 3,8 Millionen. Das sind weniger als vor einem Jahr, aber trotz gut laufender Konjunktur und angeblich reformfreudiger Politik enttäuschend viele ohne Job. Im Jahr 2000 ist damit die Arbeitslosenzahl um 210 000 gefallen - eine magere Erfolgsziffer für Gerhard Schröder, der den Arbeitsmarkt an die erste Stelle seiner Prioritätenliste gestellt hat. Zumal der Rückgang zum großen Teil demographisch begründet ist: mehr Alte scheiden aus als Junge auf den Arbeitsmarkt nachrücken. Vor diesem Hintergrund ist die jüngste Idee des SPD-Generalsekretärs deplatziert. Franz Müntefering will die Lebensarbeitszeit verlängern und würde damit über einen demographischen Ansatz den Arbeitsmarkt wieder belasten. Dass die Arbeitszeit irgendwann aus Gründen der Rentenfinanzierung verlängert werden muss, ist wahrscheinlich. Aber in Zeiten der Massenarbeitslosigkeit? Man kann schlecht, wie Rot-Grün, die Möglichkeiten der Altersteilzeit erweitern und gleichzeitig die Leute später in Rente gehen lassen. An dem Beispiel zeigt sich das Problem: Schröders Regierung macht keine Beschäftigungspolitik aus einem Guss.

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