Lebensmittelimitate : Es ist angerichtet

Vorderschinken aus Stärke und Käse aus Pflanzenfett: Wer auf die Packung schaut, weiß, was er kauft. Doch wer kontrolliert das Käsecroissant beim Bäcker an der Ecke?

Heike Jahberg

Käse ohne Milch, Glibberschinken aus Stärkegel, Garnelen aus gepresstem Fischeiweiß – appetitlich ist das nicht. Mit Bauernhof und blauem Meer haben solche Lebensmittel nichts mehr zu tun. Stattdessen geht es um Resteverwertung und Profit. Der Vorderschinken, der aus Fleischstücken und Stärke zusammengerührt wird, der Analogkäse, der nicht aus Milch, sondern aus Pflanzenfett besteht, sie alle sind vor allem eines – billig. Aber anders als BSE oder Gammelfleisch machen diese Produkte nicht krank. Solange die Anbieter auf der Packung korrekt angeben, was drin ist, verhalten sie sich daher gesetzeskonform. Die Probleme beginnen woanders. Dort nämlich, wo man sich nicht mit der Lesebrille vor bösen Überraschungen schützen kann. Bei der Pizzeria an der Ecke oder in der Bäckerei haben wir Verbraucher keine Chance, nachzuprüfen, was im Käsecroissant oder in der Pizza steckt. Das kann nur die staatliche Lebensmittelkontrolle. Doch den Behörden fehlt das Personal für flächendeckende Kontrollen. Und selbst wenn sie schwarze Schafe gefunden hat, nennen die Ämter die Namen der Übeltäter nicht. Das ist der eigentliche Skandal. hej

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