Meinung : Leeres Argument

LEHRSTELLENGIPFEL

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Die Wirtschaft hätte gewarnt sein müssen. Wer nicht genug Lehrstellen schafft, wird per Gesetz zur Räson gebracht, hatte der Kanzler den Unternehmen schon im Frühjahr beschieden. Es sieht so aus, als sei die Stunde der Strafe nun gekommen: Noch immer fehlt zehntausenden Jugendlichen ein Ausbildungsplatz, und vermutlich wird das auch am Jahresende noch so sein. Deshalb bestehen die Gewerkschaften auf einer gesetzlichen AusbildungsAbgabe, und auch bei der SPD wächst die Sympathie dafür. Auf dem heutigen Ausbildungsgipfel bei der Regierung hat die Wirtschaft deshalb die letzte Chance, genügend Lehrstellen zuzusagen. Die Taktik der Firmen, allein auf die Kraft der bekannten Einwände gegen die Ausbildungsplatz-Abgabe zu setzen, war falsch: Natürlich wäre sie ein Bürokratie-Monster, teuer, ineffektiv, schlecht für den Standort und wegen des Geburtenrückgangs ohnehin in wenigen Jahren obsolet. Gegen das Argument, dass jedem jungen Menschen eine Ausbildung und eine Perspektive zusteht, kommt sie damit aber nicht an. Nur ein Taktikwechsel und die Einstellung von ein paar Tausend Jugendlichen bewahrt die Wirtschaft jetzt noch vor der Strafe des Staates. brö

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