Lehman-Zertifikate : Beraten und verkauft

Spekulanten sehen anders aus. Die Anleger, die Wertpapiere der US-Investmentbank Lehman gekauft haben und jetzt mit leeren Händen dastehen, sind keine Zocker. Im Gegenteil: Die meisten sind Rentner. Sie sind zu ihrer Bank oder Sparkasse gegangen, weil sie ihr Erspartes sicher anlegen wollten – um damit später das Pflegeheim bezahlen zu können oder den Enkeln etwas für ihre Ausbildung zuzustecken. Jetzt sind sie ungewollt Opfer der weltweiten Finanzkrise geworden. Weil Lehman pleite ist, gibt es niemanden mehr, der ihnen ihr Geld zurückzahlt. Dass das passieren kann, hat ihnen keiner gesagt. Auch nicht der Berater von der Bank. Lehman-Zertifikate sind als sichere Anlage verkauft worden. Nur: Beweisen können die Kunden das heute nicht mehr. Und deshalb kommen die Banken so wie jetzt in Frankfurt ungeschoren davon. Verbraucherschutzministerin Aigner will nun den Spieß umdrehen. Künftig soll der Bankberater beweisen, dass er den Kunden gut beraten und über alle Risiken aufgeklärt hat. Das ist richtig und längst überfällig. Aber auch die Kunden können aus der Krise lernen. Sie können lernen, nein zu sagen und ihrem Berater künftig nur noch die Produkte abzukaufen, die sie auch wirklich verstehen. hej

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