Lehmann tritt zurück : Auf dem Höhepunkt

Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann legt nach 21 Jahren seinen Amtssitz nieder. Er stand an der Spitze der deutschen Bischofskonferenz.

Der Zeitpunkt – das schreibt er selbst – ist immer in gewisser Weise unpassend. Der Rücktritt von Kardinal Karl Lehmann ist ohne Zweifel ein tiefer Einschnitt, sein Zeitpunkt allerdings ist gut gewählt. Mehr als zwei Jahrzehnte stand der Mainzer Kardinal an der Spitze der deutschen Bischofskonferenz, hat die deutsche Kirche klug, glaubwürdig, mit Humor und hohem persönlichen Einsatz geführt. Jetzt reagiert er auf die Warnsignale seiner Gesundheit und leitet auf dem Höhepunkt seines Ansehens selbst den Generationswechsel ein. Die Voraussetzungen dafür sind so gut wie lange nicht mehr. In den Reihen der Bischofskonferenz sind die wichtigsten Personalien in den letzten Monaten geregelt worden. Jüngere, wie der neue Münchner Oberhirte Reinhard Marx, sind in zentrale Bischofsämter gekommen, sie werden das Bild der katholischen Kirche in Deutschland für die kommenden zwei Jahrzehnte prägen. Ob Marx sofort Lehmanns Nachfolge anstrebt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Sonst wird es wohl zunächst eine Übergangsregelung aus den Reihen der „jüngeren Älteren“ geben – zum Beispiel mit dem Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch. MG

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