Lehrerstreik in Berlin : Ein Vorgeschmack

Der Senat sollte sich von den schwach besuchten Demonstrationen der Lehrer nicht täuschen lassen: Aus der geringen Streikbeteiligung lässt sich keinesfalls ableiten, dass die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft auf verlorenem Posten stünde. Vielmehr gibt es in Berlin ein breites Bündnis für eine Klärung der Verhältnisse in den Lehrerzimmern. Diese Klärung mag teuer werden, aber sie ist die Konsequenz aus der Berliner Entscheidung, Lehrer nicht mehr zu verbeamten. Nach den Ferien stehen deshalb die Zeichen auf Streik. Dann werden auch jene Lehrer, Eltern und Schüler mit dabei sein, die sich bislang wegen der möglichen Nachteile für die Prüflinge zurückgehalten haben. Die Zeit arbeitet aber auch in anderer Hinsicht für die GEW: Die Lage auf dem Lehrerarbeitsmarkt ist weiterhin angespannt und dürfte sich zum kommenden Schuljahr noch zuspitzen. Sobald sich die nächsten Engpässe zeigen, wird jeder mit dem Finger auf den Senat zeigen, der gefälligst attraktivere Arbeitsbedingungen für die Junglehrer bieten soll. Dann wird der Senat sehr schnell merken, dass die aktuellen Kundgebungen mit 600 oder 2000 Teilnehmern nur ein Vorgeschmack auf das gewesen sein werden, was der Stadt droht. sve

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