Meinung : Leistung ohne Kurse

SCHULE IN MECKLENBURG-VORPOMMERN

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G. hat ihr Abitur dem Kurssystem zu verdanken. Mit rotem Kopf rannte sie damals in der Prüfung über die Tartanbahn ihres Gymnasiums, um den alles entscheidenden Punkt im Leistungskurs Sport zu holen – und hat knapp bestanden. Als Dünnbrettbohrer zum Abi: Sicher hat es in der Vergangenheit Auswüchse des Kurssystems in der gymnasialen Oberstufe gegeben. Die Wahlfreiheit und die dreifache Gewichtung der zwei Leistungskurse in der Endnote haben auch Schülern zum Reifezeugnis verholfen, die in einem anderen System durchgefallen wären. Profitiert haben auch einseitig Begabte, die trotz schlechter Deutschnoten dank ihrer glanzvollen Mathematikleistungen noch ein gutes Abitur bekommen konnten. Doch längst gewichten die Länder die Leistungskurse nur noch doppelt und verbieten den Schülern, Deutsch, Mathe und Fremdsprachen einfach abzuwählen. „Harte“ Fächer müssen zu den Leistungskursen gehören. Allgemeinbildung lässt sich also auch stärken, ohne dass junge Erwachsene um die Chance gebracht werden, sich vor der Studien und Berufswahl an selbst gesetzten Schwerpunkten zu erproben. Werden die Schüler wirklich besser, wenn sie sich bis ganz zum Schluss durch alle Fächer im Klassenverband quälen müssen? Pisa und andere Schulstudien zeigen, dass die deutschen 15-Jährigen Mittelmaß sind. Mehr Mathe in der Oberstufe dürfte da kaum helfen. Mecklenburg-Vorpommern sollte nicht versuchen, das Ende der Leistungskurse mit pädagogischen Gründen zu rechtfertigen. Es geht nur ums Sparen. akü

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