Meinung : Leitartikel: Angst fressen Kurse auf

Wie macht man an der Börse ein kleines Vermögen? Indem man ein großes einsetzt. Über diesen Witz, der schon so manche Hausse und Baisse überlebt hat, können die sechs Millionen Aktienbesitzer hierzulande zurzeit nicht so richtig lachen. Schon gar nicht die armen Anleger, die T-Aktien im Depot haben. In einer atemberaubenden Abwärtsbewegung nähert sich die erste "Volksaktie" ihrem Ausgabepreis vom November 1996. Damit hat sich die Deutsche Telekom unfreiwillig an die Spitze einer Börsenentwicklung gesetzt, die viele Anleger in den vergangenen 18 Monaten ärmer gemacht hat: Von zwischenzeitlich 103 Euro fiel die T-Aktie auf gut 15 Euro.

Die Telekom gibt ein gutes Beispiel für die Irrationalität an der Börse. Erst treiben die Anleger wie von Sinnen den Kurs in unbegreifliche Höhen, dann wird das Papier so massiv verkauft, als steuere Ron Sommer das Unternehmen geradewegs in den Konkurs. Unter dem Börsen-Motto "Nichts wie weg hier!" leiden allerdings im Augenblick so gut wie alle Aktien. Der Grund für die Flucht ist einfach: In der nächsten Zukunft wird mit weiter fallenden Kursen gerechnet, also verkaufen jetzt viele, um nicht noch mehr Geld zu verlieren.

Die Ursachen der Krise sind schnell aufgezählt. Rezession in Japan, schlappe Konjunktur in den USA und Europa; die Unternehmensgewinne brechen ein, insbesondere Telekommunikationsfirmen, Chiphersteller und Computerhäuser haben enorme Probleme. Die Krise der so genannten New Economy ist auch ein Reflex auf vorangegangene Übertreibungen. Wie in einem Rausch hatten die Protagonisten der schönen neuen Internet-Welt grenzenloses Wachstum und einen immerwährenden Goldrausch an den Aktienmärkten versprochen. Nun ist die Zeit des blinden Überschwangs und mancher Hochstapeleien vorbei - ein schwacher Trost für die Aktionäre von EM.TV, Kinowelt oder Intershop. Das Geld ist weg. Und das Vertrauen bei vielen auch. Denn die Aktienkultur in der Bundesrepublik hat einen schweren Schlag bekommen, noch bevor sie sich richtig entwickeln konnte. Die Zahl der Aktienbesitzer sank im ersten Halbjahr um 250 000 auf knapp sechs Millionen. Einer Umfrage zufolge hat im Schnitt jeder Kleinaktionär rund 12 000 Mark an der Börse verloren.

Das tut weh. Aber ist das Sparbuch die Alternative? Wer Geld anzulegen hat, der schwankt zwischen Gier und Angst. Bis März 2000 hatte flächendeckend die Gier die Szene im Griff, seitdem stecken die Märkte in der Angstphase. Und wie lange dauert die? Bis die Erwartungen der Unternehmen und der Wirtschaftsforscher besser werden und bis die Kursübertreibungen der Vergangenheit korrigiert sind. Wann das sein wird, weiß kein Mensch. Zurzeit jedenfalls gibt es keine harten Fakten, die auf eine bevorstehende Erholung schließen lassen. Aber der Wind kann sehr schnell drehen.

Ein Signal für den Beginn der gegenwärtigen Krise vor anderthalb Jahren war die "Hausfrauen-Hausse". Damit wird der Umstand beschrieben, dass selbst ziemlich börsenferne Personenkreise alles Geld zusammenkratzen und Aktien kaufen. Doch dann ist es meistens schon zu spät, denn wenn die Unbedarften kommen, machen die Profis Kasse und ziehen sich zurück. Die Profis, das sind Banken, Versicherungen und Fonds. Für die Kleinaktionäre besteht nun die Kunst darin, aufzupassen, wann in den kommenden Wochen die Großen in den Markt zurückkehren. Dann sollte man dabei sein und aus der Kurserholung Profit ziehen. Sofern nach der Abschwungphase noch Geld für Aktienkäufe da ist.

Die ersten Wahlplakate der Partein hängen und schon werden die ersten beschmiert.Größtes Vandalismus Opfer ist der CDU Kanidat Frank Steffel. Von Hakenkreuz zum Hitlerbart und Sprüche wie "geh doch nach Bayern" und "Berlin soll sein Licht nicht unter den Stzeffel stellen."

"Es ist leider ein üblicher Vorgang Plakate zu beschmieren", sagte der CDU Landesgeschäftsführer Matthias Wambach.

Am 2. September hat der CDU Kreisverband Treptow-Köpenick Wahlplakate aufgestellt. Ein Tag später waren viele Plakate mit Hakenkreuze und Hitlerbärte beschmiert. Ehrenamtliche Parteimitglieder machten sich mit Kleistereimer und Quast auf den Weg die beschmierten Plakate zu erneuern. Der Kreisvorsitzende Dr. Klaus Sieber sieht darin den Versuch die CDU in die "rechte Ecke" zu stellen. Laut Wambach handle es sich bei solchen systematisch organisierten Zerstörungen um Trupps aus der autonomen Szene, linke und rechte Jugendorganisationen- die mit aller härte bestraft werden müssen.

Bei der Zerstörung von Plakatschilder entsteht ein hoher Geldschaden, den die Kreis.- und Ortsverbände tragen.

Seit gestern hängen die Wahlplakate der Republikaner. Im Wahlkampf 99 hatten sie erhebliche Beschädigungen hinnehmen müssen. Ihre Plakate wurden mit Farbbeuteln beworfen oder runter gerissen. Gegen die gefassten Täter stellte die Partei Strafanzeige- die allerdings im Sande verlief.

"Keine Probleme mit Plakatschmierereien hat die SPD", sagte die Pressesprecherin Anja Sprogies.

Die PDS hängt erst am nächsten Sonntag, sechs Wochen vor dem Wahltag ihre Plakate aus. Ihre Wahlabteilung wechselt die gesamten Wahlkampfmotive nach drei Wochen aus. Laut Almut Nehling-Venus ist im Wahlkampf 99 keine großen Verluste durch beschmierte Plakate entstanden.

Bei den Grünen und der FDP ist alles bestens.

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