Meinung : Leitkultur Currywurst

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Keine Angst, liebe ausländische Mitbürger! Trotz zunehmendem Wahlkrampf darf Miroslav Klose weiter Miroslav heißen, die Türken müssen nicht Eisbein essen statt Kebab. So verspricht’s der Innenminister, damit hört der Spaß der kulturellen Eigenständigkeit aber offenbar auf. Schily redet neuerdings von „Assimilierung“, sein Kollege aus Niedersachsen fordert von Ausländern die Anerkennung „deutscher Werte“, der aus Bayern holt die „deutsche Leitkultur“ wieder herbei. Abgesehen davon, dass es vor allem die Deutschen sind, die türkischen Kebab mögen, das amerikanische Kaugummi und neuerdings asiatische Koch- und Lebenskunst; abgesehen davon, dass die deutsche Kultur und Lebensweise längst bunt und vielfältig ist – kann man den Menschen vorschreiben, wie sie leben, was sie mögen, an was sie glauben sollen? Nein – jedenfalls nicht im Rechtsstaat. Der soll von seinen Bürgern verlangen, dass sie die Gesetze achten, das Grundgesetz kennen und die Sprache lernen, ohne die Integration nicht möglich ist. Nicht mehr, nicht weniger. Die Innenminister wissen das ja wohl auch, nur: Warum sagen sie es dann nicht so? Weil es im Wahlkampf wohl nicht ohne laute Wortgefechte geht, die überhaupt keinen Sinn machen – beim besten Willen nicht. svs

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