Leserbriefe : Abgeordnete sind gut bezahlt und leisten zu wenig

NAME

Betrifft: „Die Feigheit fliegt mit" im Tagesspiegel vom 1. August 2002

Sie halten die Abgeordneten „nach Qualifikation, Überstunden und Stressfaktor" für unterbezahlt. In Wahrheit ist der Abgeordnete ein attraktiver Beruf. Wer von denen, die heute Abgeordnete werden, hätte die Chance gehabt, in anderen Berufen eine Position mit vergleichbarem Einkommen zu erreichen, besonders in jungen Jahren?! Die Mitglieder des Bundestages erhalten ohne Rücksicht auf ihre Vorbildung monatlich 6878 Euro, dazu eine monatliche, steuerfreie Kostenpauschale in Höhe von 3417 Euro.

Dazu kommen Vergünstigungen bei der Benutzung von Verkehrsmitteln, die Nutzung der Arbeit einer Sekretärin und die Möglichkeit, einen wissenschaftlichen Gesetzgebungsdienst in Anspruch zu nehmen.

Sollten, was selten genug vorkommt, Abgeordnete nicht wiedergewählt werden, so erhalten sie Übergangsgeld und eine üppige Versorgung bereits nach verhältnismäßig kurzer Abgeordnetentätigkeit. Diese Einkünfte und Vergünstigungen stehen in einem oft schreienden Missverhältnis zu den erbrachten Leistungen und deren Effektivität. Kein Wunder, dass der Andrang zum Mandat in den Parteien groß ist und die Mandatsträger Konkurrenten nicht zum Zuge kommen lassen, sondern Klüngel zu deren Abwehr bilden.

Dr. Rudolf Wassermann, Goslar

0 Kommentare

Neuester Kommentar